So gefährlich sind ESBL-Keime

Zahl der ESBL-Infektionen steigt

Keime, die gegen Antibiotika resistent sind, stellen für die Medizin ein zunehmendes Problem dar. Gerade abwehrgeschwächte Menschen in Krankenhäusern und Arztpraxen seien gefährdet, warnen Fachleute. Darmbakterien, die Antibiotika wie Penicillin durch genetische Veränderungen mit Hilfe von Enzymen ausschalten, sind eine ständige Bedrohung.

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Gefährliche Keime
Resistenzen nehmen zu: Mediziner fordern einen sparsameren Umgang mit Antibiotika. © dpa, Marius Becker

Sie werden auch ESBL-Bildner genannt - die Abkürzung für Extended-Spectrum-Beta-Laktamasen. ESBL bezeichnet also keinen bestimmten Keim, sondern die Eigenschaft unterschiedlicher Keime, Antibiotika zu inaktivieren. Obwohl ESBL nicht so leicht übertragbar ist wie der Krankenhauskeim MRSA, nehmen die Infektionen damit stark zu.

Hauptursache für die Entstehung multiresistenter Bakterien sind der unkritische Einsatz von Antibiotika und unzureichende Hygiene, warnen Mediziner. Der Nachweis von ESBL ist aufwendig und dauert mehrere Tage. Die Übertragung erfolgt meist über kontaminierte Hände. Gefahr droht vor allem bei Harnwegs- und Hautinfektionen sowie bei Sepsis - im Volksmund oft Blutvergiftung genannt.

Fachleute schätzen die Zahl der Infektionen durch multiresistente Erreger in Deutschland auf insgesamt 400.000, die der Todesfälle auf 10.000 im Jahr. Insbesondere bei den ESBL-bildenden Darmbakterien sei die Zunahme gefährlich. Denn für diese Erreger gebe es in absehbarer Zeit keine neuen Antibiotika. Manche Darmbakterien sind bereits gegen alle bekannten Antibiotika resistent. Ärzte fordern daher einen sparsameren Umgang damit.


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