SPD-Kandidat gibt nicht auf: Schulz fordert zweites TV-Duell von Merkel

Martin Schulz HANDOUT - Der SPD-Kanzlerkandidat und SPD-Vorsitzende Martin Schulz steht am 12.09.2017 während der Sendung "Klartext, Herr Schulz!" im Hauptstadtstudio des ZDF in Berlin.    (ACHTUNG: Verwendung nur zu redaktionellen Zwecken in Verbind
Martin Schulz fordert im ZDF ein zweites TV-Duell. © dpa, Jule Roehr, tba

Martin Schulz schreibt Brief an die Bundeskanzlerin

Martin Schulz lässt nichts unversucht, im aussichstlos erscheinenden Kampf ums Kanzleramt doch noch eine Wende herbeizuführen: Im Wahlkampfendspurt will der in Umfragen abgeschlagene SPD-Kandidat ein zweites TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erzwingen.

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In einer ZDF-Sendung sagte er, im Schlagabtausch mit Angela Merkel am 3. September seien viele Punkte, die die Bürger bewegten, gar nicht angesprochen worden: "Deshalb habe ich Frau Merkel heute einen Brief geschrieben und Sie aufgefordert, ein nächstes Duell mit mir zu machen, damit all' diese Punkte auch diskutiert werden können."

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Schulz will zweites TV-Duell von Merkel

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Angela Merkel lehnt zweites TV-Duell ab

Ein weiteres Duell wird es jedoch nicht geben. Aus der CDU-Zentrale hieß es: "Zu dem Thema ist alles gesagt. Angela Merkel hat gerne an einem TV-Duell teilgenommen. Dieses Format hat sich bewährt. Und dabei belässt sie es."

Merkel hatte bereits vorher darauf hingewiesen, dass in Deutschland die Bundeskanzler nicht direkt gewählt werden. "Insofern sollte mit Blick auf die kleineren Parteien die Zuspitzung auf nur zwei Personen eher die Ausnahme im Fernsehwahlkampf sein", erklärte Merkel. Darüber hinaus hatten SPD und Ex-ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender dem Kanzleramt vorgeworfen, die Bedingungen und Regeln für die Sendung diktiert zu haben.

Im ersten TV-Duell waren Merkel und Schulz intensiv zu Flüchtlingskrise, Integration und Türkei-Politik befragt worden. Themen wie die Digitalisierung, Rente, Bildung oder Pflege waren von den vier Moderatoren gar nicht oder nur kurz thematisiert worden.

Martin Schulz: "Ich bin jederzeit dazu bereit"

In dem Brief argumentiert Schulz, auch Merkel selbst habe ja die Themenauswahl beklagt. "Die Bürgerinnen und Bürger verdienen eine umfassende Debatte um die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes. Aus diesem Grunde fordere ich ein zweites TV-Duell vor der Bundestagswahl. Ich bin jederzeit dazu bereit", heißt es in dem Schreiben.