SPD will 30-Stunden-Woche für junge Eltern

FDP: "Die SPD verliert endgültig die Bodenhaftung"

Die Sozialdemokraten wollen mit einer staatlich bezuschussten 30-Stunden-Woche für junge Väter und Mütter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken. "Einerseits gibt es viele Frauen, die stärker aus ihrem Beruf rausgehen müssen, als sie es wollen. Und wir haben auf der anderen Seite Männer, die gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen würden", sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles.

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SPD 30-Stunden-Woche junge Eltern
Die SPD will mit ihrem Vorschlag die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken. © dpa, Frank Leonhardt

Die Lösung könne in Kooperation mit den Arbeitgebern eine auf zwei bis drei Jahre befristete Arbeitszeitreduzierung sein, erklärte die Politikerin. Der Staat könne einen Teil der Einbußen auffangen. Die Idee solle Teil des SPD-Wahlprogramms 2013 werden. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück unterstützt die Idee eines solchen Arbeitszeitmodells.

Damit will die SPD für Bürger zwischen 25 und 40 Jahren neue Anreize schaffen. "Das wäre ein Angebot nach der Elternzeit, damit Familien für zwei, drei Jahre mehr Zeit für ihre Kinder durch eine Reduzierung der Arbeitszeit hätten. Wir wollen diese Rush Hour des Lebens zwischen 25 und 40 Jahren entzerren", sagte Nahles. "Das hilft vielleicht auch, einen Karriereknick für Frauen zu vermeiden, die zu lange raus sind aus dem Berufsleben." Es sei sehr traurig, dass Deutschland seit Jahren Schlusslicht bei Familien und Kindern sei, sagte die SPD-Generalsekretärin.

"Die SPD verliert bei ihrer Jagd nach Stimmen mit der Spendierhose endgültig die Bodenhaftung", sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring dem Berliner 'Tagesspiegel' zum Vorschlag von Nahles. Eine 30-Stunden-Woche für einen großen Teil der Bevölkerung könne und wolle sich Deutschland nicht leisten. "Wenn Peer Steinbrück auf seinen ökonomischen Sachverstand noch Wert legt, müsste er für Andrea Nahles die Null-Stunden-Woche einführen."

Übrigens: Während Döring kinderlos ist, brachte Nahles am 18. Januar 2011 eine Tochter zur Welt. Acht Wochen nach der Geburt des Kindes nahm sie ihre Arbeit wieder auf.


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