Statt Champions League nur Gähn Liga

10 NEYMAR JR (psg) - 29 KYLIAN MBAPPE (psg) - JOIE FOOTBALL : Celtic Glasgow vs Paris SG - Ligue des Champions - 12/09/2017 AnthonyBIBARD/FEP/Panoramic PUBLICATIONxNOTxINxFRAxITAxBEL
Kylian Mbappe und Neymar freuen sich nicht sonderlich über den Kantersieg ihres PSG. © imago/PanoramiC, Anthony BIBARD, imago sportfotodienst

Champions League ist eine Zweiklassengesellschaft

Barcelona, Paris, Manchester, Chelsea und die Bayern kamen zum Auftakt der Champions League auf 20:0 Tore. Die Königsklasse ist längst eine Zweiklassengesellschaft.

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Goliath lässt David keine Chance

Packende und vor allem spannende Spiele zwischen den europäischen Top-Teams - das war wohl der Gedanke, der der Einführung der Champions League zu Grunde lag. Die Realität sieht heute, 25 Jahre nach der ersten Austrägung des Nachfolgers des Europapokal der Landesmeister, ganz anders aus. 

Spannend wird der Wettbewerb frühestens ab dem Achtelfinale. Die Gruppenphase dient den großen Clubs vor allem zum Warmschießen, die kleinen Vereine aus Aserbaidschan oder der Schweiz werden mit zig Millionen dafür entschädigt, dass sie nur Kanonenfutter sind. 6:0 für Chelsea, 5:0 für Paris, jeweils 3:0 für Manchester United, Barcelona und die Bayern - anders als im Alten Testament sind die Davids im Kampf gegen die Goliaths dieser Fußball-Welt chancenlos.

Gruppenphase für die Großen ein Aufwärmprogramm

"Für die Real Madrids, Barcelonas und Bayerns dieser Welt beginnt die Champions League erst im Februar. Das hier ist für sie doch nur das Aufwärmprogramm", sagte Teammanager Jose Mourinho nach Manchesters Heimsieg gegen den überforderten FC Basel. Bei Lionel Messi rief sogar Barcelonas klares 3:0 gegen Juventus Turin keine großen Emotionen hervor. Der Superstar winkte nach verrichteter Arbeit kurz ins Publikum, dann war er auch schon verschwunden. Zwei Tore erzielt, klar gewonnen - für den Argentinier war der Heimsieg fast schon Routine, auch wenn es gegen den Vorjahresfinalist ging.

Und so verfestigt sich der Eindruck, dass die Gruppenphase immer langweiliger wird, weil die Topclubs dem Rest Europas längst enteilt sind. In den vergangenen sieben Jahren kamen 27 der 28 Halbfinalisten aus den vier großen Fußball-Nationen Spanien (14), Deutschland (7), England (4) und Italien (2). In diese Phalanx brach in der vergangenen Saison einzig AS Monaco ein. Einen Finalisten aus einer 'kleinen' Nation gab es zuletzt 2004 beim Endspiel zwischen dem FC Porto und Monaco.

Entwicklung wird sich verstärken

Das Problem: Diese Entwicklung dürfte sich noch verstärken. England, Deutschland, Spanien und Italien erhalten nach der Reform der Königsklasse künftig je vier feste Startplätze, der Rest stellt nur noch 16 der 32 Teilnehmer. Zudem werden die Gelder - die Europäische Fußball-Union (UEFA) rechnet künftig mit Einnahmen von 3,2 Milliarden Euro pro Saison - nach einem neuen Verteilungsschlüssel vergeben, bei dem auch die Titelgewinne in der Club-Historie berücksichtigt werden. Wer schon immer gewonnen hat, wird dafür belohnt - oder: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.

Der Trend ist eindeutig: Auch in dieser Saison wird die K.o.-Phase zu einer geschlossenen Gesellschaft mit zwei, drei Gästen, die ein wenig Abwechslung bringen. Und bis dahin herrscht Langeweile. Der 20:0-Auftakt war nur ein Vorgeschmack.