Strände bald kostenlos? Gericht entscheidet: Eintrittsgebühren an zwei Nordseestränden rechtswidrig

Bundesverwaltungsgericht fällt Urteil
Bundesverwaltungsgericht fällt Urteil Komplett gebührenpflichtiger Strand ist rechtswidrig 00:01:26
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Bundesverwaltungsgericht fällt Urteil zugunsten der Strandbesucher

Darf ein Urlaubstag am Strand Geld kosten? Bislang verlangten viele Strandbäder an Nord- und Ostsee von Tagesgästen Eintrittsgeld. Zwei Bürger der niedersächsischen Nordseeküste haben sich deswegen durch die Instanzen geklagt und vom Bundesverwaltungsgericht Recht bekommen!

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Strandbesucher im ostfriesischen Wangerland dürfen sich freuen

Maedchen am Strand, traegt Kopftuch, Sonnenbrille, Blume im Haar, cremt sich die Nase | girl on beach, wearing scarf and sunglasses, flower in her hair, putting sun mild on her nose | Verwendung weltweit
Zwei nun kostenlose Nordseestrände machen den Anfang. © picture alliance / blickwinkel/P, P. Royer

Das Meer direkt vor der Nase, aber ein Maschendrahtzaun versperrt den Zugang zum Strand. Diese Situation ist den beiden Bewohnern der Nordseeküste ein Dorn im Auge. Sie haben gegen die ostfriesische Gemeinde Wangerland geklagt. Deren Tourismus GmbH verlangt in der Badesaison von Tagesgästen Eintrittsgeld für den Strandzugang.

Das Bundesverwaltungsgericht entschied nun: Die Eintrittsgebühren für zwei Strände der niedersächsischen Nordseeküste sind weitgehend rechtswidrig. Denn die Inanspruchnahme des gesamten Strandes mit einer Länge von neun Kilometern sei unverhältnismäßig, entschieden die Richter. Damit müssen nun auch andere Gemeinden an den deutschen Küsten prüfen, ob die von ihnen erhobenen Strandgebühren möglicherweise gegen das Recht verstoßen.​

Strandurlaub in Zukunft trotzdem nicht unbedingt kostenfrei

Ob Strandbesucher in Zukunft kostenlos Strände besuchen können, ist mit dem Urteil jedoch nicht entschieden, da Gemeinden argumentieren, dass sie die Eintrittsgelder für den Betrieb der Strandbäder benötigen. Möglicherweise werden die Gemeinden das fehlende Geld deshalb künftig an anderer Stelle einnehmen.