Streit um Polizeieinsatz: Wurde Schäferhund Karabasch grundlos erschossen?

Umstrittener Polizeinsatz
Umstrittener Polizeinsatz War es wirklich nötig Schäferhund Karabasch zu erschießen? 00:02:00
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Eine Überwachungskamera zeichnete den ganzen Einsatz auf

Bei einem Polizeieinsatz in der Neckarstadt Mannheim wurde in der Nacht zum Montag ein Schäferhund erschossen. Weil sich die Polizisten bedroht fühlten, sahen sie keine andere Wahl. Eine Überwachungskamera hat den umstrittenen Einsatz aufgenommen und stellt eine bittere Frage in den Raum: War es wirklich nötig, den Hund zu erschießen?

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Polizisten fühlten sich bedroht

Schäferhund Karabasch wollte sein Herrchen doch nur beschützen. Dass die Situation so eskalierte, ahnte niemand. Gegen 01.00 Uhr wurde die Polizei von einer Sicherheitsfirma darüber informiert, dass ein Einbruchssignal einer Getränkefirma ausgelöst wurde. Vor Ort konnten die Beamten erkennen, dass sich in der Lagerhalle eine Person aufhielt. Wie sich später herausstellte, war der Unbekannte nur der Cousin des Besitzers, der zusammen mit dem Hund im Lagerraum des Getränkemarkts übernachtete. Nachdem sich die Uniformierten Zutritt zum Gelände verschafft und den Mann angesprochen hatten, kam dieser zur Tür. Nach Angaben der Polizei hatte der vermeintliche Einbrecher einen aggressiven Schäferhund an seiner Seite. Der Unbekannte wurde aufgefordert das Tier anzuleinen. "Das ist nicht geschehen", so David Faulhaber von der Polizei Mannheim. Als die Polizei ihn festnehmen will, überschlagen sich die Ereignisse. Der Hund wird von Polizeikugeln durchsiebt. Was ist da genau passiert?

Eine Überwachungskamera hat den ganzen Einsatz aufgezeichnet und lässt an den Schilderungen der Polizei zweifeln. "In der weiteren Folge, hat der Hund zwei der dort eingesetzten Beamten verletzt," so Faulhaber. Die Polizisten sollen sich erst mit Pfefferspray und Schlagstöcken gewehrt haben. Weil das auch nicht die entsprechende Wirkung zeigte, töteten die Polizisten das Tier mit mehreren Schüssen.

"Er war wie mein Kind"

Fatma Ayriv, Besitzerin von Karabasch, widerspricht dieser Darstellung: "Die Polizei wollte, dass er sofort die Hände hoch nimmt. Deswegen konnte er den Hund nicht anleinen." Und auch die Überwachungskamera zeigt, dass drei Polizisten gleichzeitig auf den Hund feuerten. Der verletzte Karabasch schleppte sich hinter die Getränkekisten. Einer der Beamten nähert sich ihm, schießt ein weiteres Mal. Doch damit nicht genug: auch ein zweiter Beamte feuert nochmals auf das stark verletzte Tier. 

Fatma kann nicht fassen, dass Karabasch tot ist. Für sie war der zwei Jahre alte Hund mehr als bloß ein Haustier: "Er war wie mein Kind", erzählt sie. Der Fall wurde jetzt den Behörden übergeben, die sich die Bilder nochmal näher ansehen, zumal auf dem Bildmaterial auch zu sehen ist, wie die Polizisten den angeblichen Einbrecher zweimal schlagen.