Strom-Irrsinn: Trotz Export-Boom zahlen Verbraucher immer mehr

Verbraucherschützer laufen Sturm

Absurd und nicht mehr vermittelbar - so heftig kritisieren Verbraucherschützer inzwischen die Strom-Politik der Bundesregierung. Denn obwohl Über-Kapazitäten an Wind- und Solar-Strom ins benachbarte Ausland verramscht oder verschenkt werden, zahlen die deutschen Verbraucher immer mehr.

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Während deutsche Verbraucher immer mehr bezahlen, wird der überschüssige Strom ins Ausland kostengünstig ins Ausland exportiert. © dpa, Julian Stratenschulte

"Wir haben in besonderen Spitzenzeiten besonders viel Strom und dann müssen wir den Strom exportieren. Wenn wir überall Sonne und Wind haben und damit sehr viel erneuerbaren Strom, wird der ins Ausland verschenkt", erklärt Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft.

Doch während der von uns eingesparte oder nicht gespeicherte überschüssige Strom an andere verschenkt wird, zahlen wir immer mehr. Ein Dreipersonenhaushalt zahlte 1998 noch keine 50 Euro im Monat. 2012 waren es im Schnitt 75, jetzt sind es schon 83 Euro.

Deutschland steigert Stromexport

Deutschland hat trotz der Stilllegung von acht Atomkraftwerken im vergangenen Jahr so viel Strom ins Ausland exportiert wie zuletzt vor fünf Jahren. Der Überschuss war mit 22,8 Terawattstunden (TWh) fast viermal so hoch wie noch im Jahr 2011, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. 2012 importierte Deutschland 43,8 Terawattstunden (TWh) über die europäischen Stromnetze.

Ausländische Stromversorger - hauptsächlich aus den Niederlanden, Österreich und der Schweiz - kauften hierzulande 66,6 TWh ein. Der Überschuss entspricht der Jahresproduktion von mehr als zwei Kernkraftwerken. 2008 hatte es einen Plus beim Stromverkauf von 22,9 TWh gegeben.

Grund für den Überschuss ist die Energiewende mit der Zunahme von Solar- und Windstrom - der Anteil alternativer Energien kletterte 2012 in Deutschland auf 23 Prozent.