Studie: Immer mehr Frauen bleiben kinderlos

07.11.2013 | 15:06
Immer weniger Neugeborene in Deutschland
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Trend setzt sich fort

Immer weniger Neugeborene in Deutschland

Nur 673.500 Kinder wurden 2012 geboren

Laut einer neuen Studie bleiben immer mehr Frauen in Deutschland kinderlos. "Nach Angaben des Mikrozensus 2012 haben 22 von 100 Frauen im Alter zwischen 40 und 44 Jahren kein Kind geboren", betonte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes. Damit ist in dieser Altersgruppe jede fünfte Frau in Deutschland kinderlos.

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Aufgrund der hohen Kinderlosigkeit bleibt auch das Geburtenniveau niedrig. Nur 673.500 Kinder wurden 2012 geboren – ein Viertel weniger als im Jahr 1990. Bis 2020 soll sich diese Entwicklung noch fortsetzen, danach wird sogar ein weiterer Geburtenrückgang erwartet. Weiterhin ist das Alter der Frauen, wenn sie ihr erstes Kind bekommen, immer höher. Durchschnittlich 29 Jahre sind Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes – Anfang der 70er Jahre lag dieses Alter noch bei 24 Jahren.

Im Westen Deutschlands fiel der Anteil der kinderlosen Frauen mit 23 Prozent deutlich höher als im Osten (15 Prozent) aus. Doch im Vergleich zum Jahr 2008 ist der Anteil vor allem im Osten Deutschlands stark gestiegen. Während im Westen der Anteil der kinderlosen Frauen um nur einen Prozentpunkt stieg, erhöhte er sich im Osten um fünf Prozent.

Besonders viele kinderlose Frauen gibt es in den Stadtstaaten. Mit einem Anteil von 32 Prozent war Hamburg im Jahr 2012 Spitzenreiter im Ranking. Die geringsten Kinderlosenquoten gibt es in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 14 Prozent. Im Westen ist der Anteil im Saarland (20 Prozent) und in Baden-Württemberg (21 Prozent) am niedrigsten.

Nach der Geburt geben vor allem die Mütter ihre Erwerbstätigkeit auf

Bei westdeutschen Akademikerinnen im Alter zwischen 45 und 49 erreichte die Kinderlosenquote mit 30 Prozent einen neuen Höchstwert. Während bei den fünf Jahre jüngeren Akademikerinnen sich abzeichnet, dass der Wert etwas geringer sein wird, wird er bei Frauen ohne akademischen Bildungsabschluss steigen.

In den neuen Ländern war bisher der Unterschied in der Kinderlosigkeit zwischen den Frauen mit und ohne akademische Abschlüsse nicht so ausgeprägt wie im Westen Deutschlands. Die Kinderlosigkeit nimmt in den neuen Ländern allerdings kontinuierlich zu, und zwar bei den Akademikerinnen schneller als bei den Nicht-Akademikerinnen.

Nach der Geburt geben vor allem die Mütter ihre Erwerbstätigkeit für die Familie auf oder unterbrechen sie zumindest. Nur rund jede dritte Mutter mit Kindern unter drei Jahren war im Jahr 2012 aktiv erwerbstätig, bei Müttern, deren Kinder unter einem Jahr alt waren, war es sogar nur jede elfte. Je älter die Kinder werben, desto mehr gehen die Mütter wieder arbeiten. 73 Prozent der Mütter von Kindern zwischen 15 und 17 Jahren gehen arbeiten. Bei Vätern ist die Beteiligung am Erwerbsleben unabhängig vom Alter der Kinder. Sie lag, je nach Alter des Kindes, konstant zwischen 82 und 85 Prozent.

Die klassische Rollenverteilung bei Eltern, dass der Vater arbeiten geht und die Mutter bei den Kindern ist, ist bei 53 Prozent der Paarfamilien noch vorhanden. Bei 29 Prozent gehen beide Arbeiten, bei 14 Prozent geht keiner der Partner einer Erwerbstätigkeit nach und nur bei drei Prozent der Paare war einzig die Mutter aktiv erwerbstätig. "Kinderreiche" Familien, Familien mit drei oder mehr Kindern, war nur jede siebte der 8,1 Millionen Familien mit Kindern.