Tag des Artenschutzes: "Ausmaß des Artensterbens ist erschreckend"

11 Fakten über bedrohte Tierarten
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Traurige Bilanz zum Artensterben

Jeden Tag sterben zwischen 70 und 200 Pflanzen- und Tierarten aus. Durchschnittlich 50.000 Arten im Jahr. "Viele Tierarten verschwinden, bevor sie überhaupt wissenschaftlich erfasst werden konnten. Das Ausmaß des Artensterbens ist erschreckend", beklagt sich Dietrich Jelden vom Bundesamt für Artenschutz im RTL-Next-Interview.

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Tag des Artenschutzes: "Ausmaß des Artensterbens ist erschreckend"
Nur ein Beispiel von vielen: Der Eisbär © picture alliance / dpa, Kirill Kukhmar

Hauptauslöser ist der Mensch, z.B. durch Umweltverschmutzung, Waldrodungen und Überfischung der Meere. Ohne seinen Einfluss würden schätzungsweise tausendmal weniger Arten pro Jahr aussterben, heißt es im Umweltprogramm der UN.

Die Rote Liste bedrohter Arten umfasst 1.142 Säugetiere. Besonders stark betroffen sind darüber hinaus Reptilien und Fische wie zum Beispiel der Thunfisch. Auch die sogenannte Grasende Suppenschildkröte ist in freier Wildbahn kaum noch zu finden, ihr Name lässt erahnen, warum. Der Bestand der Wüstenelefanten in Namibia ist laut Augenzeugen auf rund 80 gesunken. Für Großwildjäger macht sie das umso attraktiver. Sie machen einen Sport daraus, auch gefährdete Tierarten zu erlegen.

"Katastrophales Artensterben" auch in Deutschland

In Deutschland ist jede dritte untersuchte Art gefährdet. Die Zahlen machen Dietrich Jelden vom Bundesamt für Artenschutz betroffen: "Es gibt zwar einige wenige Lichtblicke wie die Rückkehr des Wolfes oder des Luchses in Deutschland. Aber das tröstet kaum über das katastrophale Artensterben hinweg – ausgelöst durch Umweltverschmutzung und intensive Landwirtschaft."

Besonders dramatisch ist die Situation bei Insekten. Mit Sorge beobachten Experten zum Beispiel die negative Entwicklung aller 600 Wildbienenarten in Deutschland. Dabei hat das Insektensterben Auswirkungen auf die gesamte Umwelt: Denn Insekten dienen für viele Tiere als Nahrungsgrundlage. Je weniger Pflanzen sie bestäuben, desto weniger Obst und Samen gibt es.

Mit rund 60 Milliarden Euro jährlich könnte man das Artensterben stoppen, heißt es in einer internationalen Studie aus dem Jahr 2012. Mit dem Geld könnten Naturschutzgebiete den vielen gefährdeten Arten neuen Lebensraum bieten. Das Bundesamt für Artenschutz und diverse Hilfsorganisationen fordern darüber hinaus deutlich striktere Tierschutz-Gesetze. Nur so könne man die Artenvielfalt in der Tierwelt bewahren.


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