Terroralarm in Paris: Französischer Polizist auf dem Champs-Élysées getötet, Frau aus Deutschland verletzt

Terrormiliz IS reklamiert die Bluttat für sich
Terrormiliz IS reklamiert die Bluttat für sich Terroralarm in Paris 00:01:18
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IS reklamiert Bluttat für sich

Wieder Terroralarm in Frankreich, mitten in der Hauptstadt auf dem Prachtboulevard Champs- Élysées. Ein 39-Jähriger mit einer automatischen Waffe auf einen geparkten Mannschaftswagen der Polizei geschossen. Ein Polizist starb, zwei weitere Beamte sowie ein deutsche Touristin wurden nach Angaben der Behörden verletzt.Die Polizei erschoss den Angreifer.

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Appell an "den Geist der Verantwortung und an die Würde jedes Einzelnen"

Der Tatverdächtige ist bereits in der Vergangenheit wegen einer Attacke auf Polizisten verurteilt worden. Er hatte im Jahr 2005 eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren wegen versuchten Totschlags erhalten, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Er hatte demnach in Seine-et-Marne bei Paris versucht, einen Polizisten, einen Polizeischüler und dessen Bruder zu töten.

Bei dem Anschlag ist nach Angaben der Bundesregierung auch eine deutsche Staatsangehörige verletzt worden. Die Frau habe sich zufällig am Tatort aufgehalten. Ihr Zustand sei stabil. Sie sei nicht lebensbedrohlich verletzt worden, habe aber ernste Verletzungen davongetragen.

Frankreichs Premierminister Bernard Cazeneuve hat seine Landsleute aufgerufen, sich nicht einschüchtern zu lassen. Er appellierte an "den Geist der Verantwortung und an die Würde jedes Einzelnen". Es sei "unsere Aufgabe, der Angst, der Einschüchterung und der Manipulation, die den Feinden der Republik in die Hände spielen würde, nicht nachzugeben." 

Ermittlungen im Umfeld des Täters

​Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Attacke für sich. Staatspräsidenten François Hollande sagte, es spreche einiges für einen Terrorakt. Laut AFP hatte es gegen den mutmaßlichen Täter bereits eine Untersuchung von Anti-Terror-Ermittlern gegeben.Französische Ermittler nahmen drei Personen aus dem familiären Umfeld des getöteten Angreifers in Polizeigewahrsam, um sie zu vernehmen. 

IS bekennt sich zu Anschlag in Paris
IS bekennt sich zu Anschlag in Paris Terroralarm 00:04:17
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Lage vor der Wahl unübersichtlich

Am Sonntag findet in Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahl statt. Die Abstimmung soll von mehr als 50.000 Polizisten und Soldaten geschützt werden. Im Land gilt nach einer beispiellosen Terrorserie mit über 230 Toten immer noch der Ausnahmezustand. Mehrere Kandidaten sagten laut Medienberichten am Freitag geplante Auftritte ab.

Französische Sicherheitskräfte wurden bereits mehrfach attackiert. Im vergangenen Juni wurde ein Polizistenpaar im Umland von Paris ermordet. Vor einem Monat erschossen Soldaten am Pariser Flughafen Orly einen Mann, der sie zuvor angegriffen hatte. Die französische Polizei hatte erst am Dienstag in Marseille zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal versteckt war. Laut Ermittlern drohte ein Anschlag unmittelbar vor der Wahl.