Teure Heizkosten: Deutsche ziehen sich warm an

Jeder zweite Deutsche drosselt Temperatur

Auf die deutschen Verbraucher rollen im neuen Jahr zum Teil massive Erhöhungen von Strom- und Gaspreisen zu. Von Stadtwerken bis zu den Regionalversorgern und den Energieriesen, von Discountern bis hin zu den Ökostromanbietern: Für Januar und Februar haben nach Angaben der Internet-Vergleichsportale Verivox und Toptarif insgesamt mehr als 750 Stromversorger Preissteigerungen im Schnitt von rund zwölf Prozent bekanntgeben.

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Energiepreise, Heizkosten, Verbraucher
Wegen der steigenden Energiepreise drosselt fast jeder zweite Deutsche die Raumtemperatur. © dpa, Friso Gentsch

Grund genug für viele Verbraucher beim Heizen zu sparen. Fast jeder zweite Deutsche (46 Prozent) drosselt laut einer Dekra-Umfrage die Raumtemperatur und zieht sich zu Hause wärmer an, berichtet die 'Welt'. 41 Prozent der Befragten heizen weniger Räume und erhoffen sich von einem Anbieterwechsel Kosten einzusparen. Auch beim Strom achten 86 Prozent auf einen geringeren Verbrauch. Nur fünf Prozent der Verbraucher ist das Thema Energiekosten egal.

Altmaier will mehr Koordination bei der Energiewende

Trotz der steigenden Preise steht die Mehrheit der Bürger aber hinter der Energiewende. Drei von vier Befragten finden den Ausstieg aus der Atomenergie hin zu erneuerbaren Energien richtig, berichtet das Blatt.

Bundesumweltminister Peter Altmaier will mit einem koordinierteren Vorgehen bei der Energiewende starke Erhöhungen der Strompreise künftig verhindern. Bei den zentralen Faktoren - Ausbau erneuerbarer Energien, Ausnahmeregelungen für Unternehmen, Netzausbau - brauche man künftig gemeinsame nationale Regelungen, sagte der CDU-Politiker im TV. Diese sollten "verhindern, dass wir solche Überraschungen in dieser Größenordnung noch mal erleben".

Altmaier betonte: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Energiewende gelingt, aber dass die Strompreise nicht außer Kontrolle geraten." Vor allem müsse der Netzausbau viel enger mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien abgestimmt werden. "Das alles ist in den letzten Jahren nicht so frühzeitig koordiniert worden wie es notwendig gewesen wäre. Und deswegen müssen wir diese Hausaufgaben jetzt machen."