Tod in der Stierkampfarena: Bulle durchbohrt Torero die Lunge

Von Stier aufgespießt: Torrero stirbt in der Arena
Von Stier aufgespießt: Torrero stirbt in der Arena Horn durchbohrte Lunge 00:00:23
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Er stolperte über sein Cape - ein tödlicher Fehler

Schon zwei Mal ist der bekannte spanische Matador Ivan Fandiño bei Stierkämpfen schwer verletzt worden. Jetzt hat ihn ein Bulle aufgespießt und getötet. Der 36-Jährige starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

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Fandiño blieb im Staub der Arena liegen

Der Vorfall ereignete sich in der Stierkampfarena von Aire-sur-l'Adour im Südwesten Frankreichs. Zunächst triumphierte Fandiño noch, besiegte Medienberichten zufolge einen Bullen und schnitt ihm das Ohr ab. Doch beim nächsten Kampf stolperte der 36-Jährige plötzlich über sein eigenes Tuch. Er blieb kurz im Staub liegen und wurde so zur leichten Beute für den Stier.

Dessen Hörner bohrten sich in den Oberkörper des Matadors. Auf dem Weg ins rund 30 Kilometer entfernte Krankenhaus erlitt Fandiño einem Bericht der Regionalzeitung 'Sud Ouest' zufolge zwei Herzstillstände. Er verstarb noch bevor er die Klinik erreichte. Ähnliche "Corrida"-Unglücke gab es in der Vergangenheit schon in mehreren Ländern, in Frankreich wurde der bislang letzte Tod eines Toreros - laut dem Sender France Info - aber im Jahr 1921 verzeichnet.

Erst vergangenes Jahr starb der spanische Torero Victor Barrio auf ähnliche Weise. Ein Stier durchbohrte sein Herz - vor den Augen seiner Frau, die im Publikum saß.

Stierkamp - eine umstrittene Tradition

epaselect epa05417590 Spanish bullfighter Victor Barrio (bottom), 29, is gored during a bullfight held on the occasion of Feria del Angel in Teruel, Aragon (Spain), 09 July 2016. Barrio died due to the injures after being seriously gored by his third
Erst im vergangenen Sommer, am 9. Juli 2016, war der spanische Matador Victor Barrio bei einem Stierkampf ums Leben gekommen. © dpa, Antonio Garcia

Gerade im französischen Baskenland und in Spanien wird seit Jahren über die Stierkampftradition gestritten. In Spanien wurde der Stierkampf 2013 zum "nationalen Kulturerbe" erklärt und wird durch öffentliche Gelder gefördert. Für viele ist die "Corrida" damit eine Kunst und ein Nationalsymbol.

Für Gegner des Brauchtums ist das umstrittene Spektakel schlichtweg brutale Tierquälerei, bei der die Stiere oft zu Tode gefoltert werden. Erst im Mai haben Tausende Menschen in Spanien für ein landesweites Verbot von Stierkämpfen protestiert. Bei der Kundgebung, zu der mehr als 120 Organisationen aufgerufen hatten, wurde eine Verschärfung der Tierschutzgesetze gefordert. "Es ist an der Zeit, dass sich alle Gesellschaftskräfte vereinen, um Basta zu sagen", sagte die Sprecherin der Organisation 'Stierkampf ist Gewalt', Laura Gonzalo. Sie kritisierte unter anderem, dass die konservative Regierung die Mehrwertsteuer für Stierkämpfe im März auf zehn Prozent gesenkt hat, während etwa für Filmvorführungen weiter der Höchstsatz von 21 Prozent gilt.