Tötung auf Verlangen? Dominik P. will Freundin (†31) im Auftrag eines Herrschers umgebracht haben

Gab ein Herrscher Dominik P. den Befehl zu töten?
Gab ein Herrscher Dominik P. den Befehl zu töten? Freundin Julia (31) mit Messer umgebracht 00:03:16
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Prozess wegen Totschlags vor dem Landgericht Detmold

Bei der Polizei hatte Dominik P. noch behauptet, seine Freundin Julia im Juni 2016 auf deren Wunsch hin mit einem Messer umgebracht zu haben. Doch nun erscheint der Tod der 31-Jährigen in einem völlig anderen Licht. Vor dem Landgericht in Detmold hat der 22-jährige Angeklagte ausgesagt, Stimmen hätten ihm die Tat befohlen. 

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"Keinen Gedanken daran verschwendet, nicht mehr leben zu wollen"

Im Auftrag eines Weltherrschers will der Mann aus Oerlinghausen bei Bielefeld seine damalige Freundin getötet haben. Für die Bluttat machte Dominik P. zum Auftakt eines Totschlagprozesses einen mehrmonatigen Drogenkonsum verantwortlich. "Ich lebe seit einem LSD-Trip 2015 in einer Parallel-Welt", sagte er. Er habe es so empfunden, als habe ihm dieser Weltherrscher den Auftrag erteilt, seine Freundin zu töten. Welche Rolle der jahrelange Konsum verschiedener Drogen - darunter LSD, Marihuana, Speed und Alkohol - bei der Tat gespielt hat, soll ein Gutachter bewerten.  

Bei der Polizei hatte der 22-Jährige noch behauptet, seine Freundin auf deren eigenes Verlangen mit einem Messer getötet zu haben. Sie sei lebensmüde gewesen. Die Staatsanwaltschaft nahm ihm das nicht ab. Sie klagte den jungen Mann wegen Totschlags an. Ein Gutachter stellte beim Angeklagten vernarbte, schwere Stich- und Schnittverletzungen fest, die auf Abwehrbewegungen des Opfers hindeuteten. Der 22-Jährige war am Tag nach dem Tod der Frau beim Arzt gewesen. 

"Julia war lebenslustig, die hat man niemals mit schlechter Laune gesehen", sagt auch Julias Schwester Natalie R.. "Sie war immer fröhlich, lustig. Sie war kein lebensmüder Mensch, die hat nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet, nicht mehr leben zu wollen."

Angeklagter gab sich nach Verschwinden seiner Freundin ahnungslos

Ein halbes Jahr lang waren Dominik P. und Julia ein Paar. Am 21. Juni vergangenen Jahres dann verschwand die 31-Jährige plötzlich spurlos. Ihr Freund spielte den Ahnungslosen, behauptete, er wüsste nicht, wo seine Freundin sei. In einer Sprachnachricht sagte er, sie sei "vor circa anderthalb Monaten und ein paar Tagen weggelaufen. Mit starker Depression und wollte einen Neustart machen. Seit der Zeit, wo sie weg ist, hat sie sich bei niemandem gemeldet. Kein Lebenszeichen. Keiner weiß, wo oder was mit ihr ist". Über Monate hatte Julia als vermisst gegolten. Ihre Leiche wurde erst im Oktober gefunden. 

Nachdem die Ermittler dem 22-Jährigen auf die Spur gekommen waren, hatte er sie zum vergrabenen Körper in einem Waldgebiet geführt. Der Angeklagte war den Ermittlern aufgefallen, weil er seine verschwundene Freundin nie als vermisst gemeldet hatte. In seiner Wohnung fanden sie dann ihr Handy. Wie später herauskam, hatte er von dem Smartphone seiner toten Freundin aus sogar noch Nachrichten verschickt, um die Lüge aufrechtzuerhalten und Julias Tod zu vertuschen. Ihre ältere Schwester Natalie R. hatte schon gleich nach ihrem Verschwinden ein ungutes Gefühl. "Das war nicht Julias Art und Weise, sich einfach so aus dem Staub zu machen. Deswegen wusste ich insgeheim: 'Da muss etwas passiert sein.'" 

Als die Polizei den 22-Jährigen verhört hat, hat er sich in Widersprüche verstrickt und schließlich gestanden, Julia umgebracht zu haben. Er habe sie erstochen und ihre Leiche vergraben. Da die Tat zu diesem Zeitpunkt schon vier Monate zurück lag, war Julias Körper verwest. Die Ermittler fanden kaum verwertbare Spuren, die den Tathergang erklären könnten.


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