Toter Rentner liegt vier Wochen in defektem Fahrstuhl - kann so etwas auch in Deutschland passieren?

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Der vermisste Rentner wurde erst vier Wochen nach seinem Tod gefunden - er starb in einem defekten Aufzug.

Isaak K. verschwand spurlos

Er wollte nur schnell nach der Post sehen. Am 5. Juli sahen Nachbarn Isaak K. zum letzten Mal, dann verschwand der 82-Jährige aus Denver im US-Bundesstaat Colorado spurlos. Als er Stunden später immer noch nicht vom Briefkasten zurückgekehrt war, meldeten seine Verwandten ihn als vermisst.

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Suchaktionen blieben ohne Erfolg

Offenbar zeigte der Rentner erste Anzeichen einer Demenz. Er war nicht besonders gut zu Fuß, darum konnte er eigentlich nicht weit gekommen sein. Doch der 82-Jährige blieb trotz groß angelegter Suchaktion verschwunden.


Über vier Wochen vergingen. Dann begannen die Anwohner eines Mietshauses in der Nähe, sich über einen beißenden Gestank zu beschweren. Bauarbeiter fanden schließlich eine stark verweste Leiche in einem defekten Aufzug in der Tiefgarage des Gebäudes.

Der Alarmknopf wurde zweimal gedrückt

Die dramatischen letzten Stunden des Mannes lassen sich nun grob rekonstruieren. Vermutlich verirrte sich der Rentner in das Mietshaus, das etwa 1,5 Kilometer von seiner Wohnung entfernt liegt, und stieg in den Aufzug. Aus bisher ungeklärter Ursache blieb der Fahrstuhl jedoch stecken.


Nach der Auswertung aller technischer Daten steht fest: K. drückte am 6. Juli zweimal den Alarmknopf innerhalb von acht Minuten. Trotzdem kam ihm niemand zur Hilfe. Der Betreiber erhielt den Notruf zwar und informierte die Hausverwaltung. Die schickten auch Wachleute los, um nach dem Rechten zu sehen. Doch die Männer überprüften offenbar zwei andere Fahrstühle.

Rentner bleibt in Fahrstuhl stecken und stirbt
Rentner bleibt in Fahrstuhl stecken und stirbt Kann so etwas auch in Deutschland passieren? 00:02:36
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RTL-Reporter macht den Test: Wann kommt Hilfe?

Bis 2020 müssen in allen Aufzügen in Deutschland Alarmknöpfe verbaut sein - sie sollen so schreckliche Unfälle verhindern. Bereits jetzt sind die Knöpfe in vielen Fahrstühlen zu finden. So sollte es hier unmöglich sein, dass der Alarm wie im Fall von Isaak K. trotzdem nicht zur Befreiung führt. "Jeder Betreiber, jeder Arbeitgeber einer Aufzugsanlage muss sicher stellen, dass jederzeit auf den Notruf reagiert wird, so lange der Aufzug zur Verfügung steht", erklärt Stefan Löbig vom 'TÜV Hessen'.


Unser Reporter Cord Eickhoff hat den Test gemacht: Wie lange dauert es, bis Hilfe naht? Die Ergebnisse seines Aufzugtests sehen Sie im Video!