Traurige Gewissheit: In Syrien werden Chemiewaffen eingesetzt

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Britische Forensiker haben Bodenproben aus Syrien herausgeschmuggelt und festgestellt, dass im syrischen Bürgerkrieg chemische Waffen eingesetzt wurden. © dpa, Maysun

Drei Tote bei Gas-Angriff der Assad-Truppen

Britische Forensiker haben Bodenproben aus Syrien herausgeschmuggelt und festgestellt, dass im syrischen Bürgerkrieg chemische Waffen eingesetzt wurden.

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Die Bodenprobe soll laut der englischen Zeitung 'The Times' aus der Nähe von Damaskus stammen. Sie wurde im Zentrum für chemische und biologische Waffen im britischen Verteidigungsministeriums untersucht.

Allerdings können die Forscher nicht sagen, wer die chemischen Waffen benutzt hat. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, es wäre ein "schreckliches Verbrechen", wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten sollten.

Nach Angaben der Opposition sind bei einem Giftgas-Angriff von Regierungstruppen drei Menschen getötet worden. Bei den Opfern handele es sich um eine Frau und zwei kleine Kinder, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte unter Berufung auf Augenzeugen mit. Ein Militärhubschrauber habe zwei Gas-Bomben über der nordsyrischen Stadt Aleppo abgeworfen. Dabei seien 16 weitere Menschen verletzt worden. Behandelnde Ärzte hätten berichtet, die Menschen litten unter Brechreiz, Halluzinationen und brennenden Augen.

Granaten schlagen im Libanon ein

Unterdessen sind bei schweren Gefechten zwischen syrischen Regierungstruppen und der Opposition im Süden des Landes erneut mehrere Granaten im benachbarten Libanon eingeschlagen. Es habe zwar Schäden, aber keine Verletzten oder Tote gegeben, sagte ein libanesischer Polizei-Sprecher. Bereits am Freitag waren Geschosse aus Syrien in der Region Akar im Norden Libanons explodiert.

Bei den Kämpfen in Syrien versuchen die Regierungstruppen, angeblich mit Unterstützung libanesischer Hisbollah-Milizen, die Ortschaft Al-Kusair in der Grenzprovinz Homs zurückzuerobern. Die 30 Kilometer von der libanesischen Grenze entfernte Ortschaft liegt an einer strategisch wichtigen Route, die den Süden des Landes mit der Hauptstadt Damaskus verbindet. Die Hisbollah-Bewegung bestreitet, dass ihre Kämpfer in Syrien aktiv sind.


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