Tuberkulose: 2015 wieder mehr TBC-Fälle in Sachsen

25.03.2016 | 12:38

Die Tuberkulose-Fälle haben in Sachsen 2015 wieder zugenommen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 174 Erkrankungen gemeldet, 67 mehr als im Vorjahr, gab das Gesundheitsministerium in Dresden bekannt. Mit drei bis fünf Erkrankungen pro 100.000 Einwohner liege der Freistaat aber noch unter dem Bundesdurchschnitt. "Wir müssen Tuberkulose noch immer sehr ernst nehmen und entschlossen gemeinsam dagegen vorgehen", erklärte Ministerin Barbara Klepsch (CDU). Zwar habe die aktuelle Migration zum Anstieg der Erkrankungen beigetragen. Die überwiegende Zahl der TBC-Fälle betreffe aber in Deutschland geborene Patienten.

2003 gab es noch 265 Fälle. 2012 wurde mit 96 der vorläufige Tiefstand erreicht. Seither stiegen die Fallzahlen wieder. Um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, müsse ermittelt werden, wo sich ein Tuberkulosekranker angesteckt habe und ob er weitere Menschen angesteckt haben könnte, hieß es. Angehörige von Risikogruppen seien zu betreuen und Erkrankte für die Einnahme von Medikamenten zu motivieren. Zur Risikogruppe gehören vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Obdachlose, Alkoholkranke, Drogenabhängige und ältere Menschen.

- Anzeige -

Das Gesundheitsministerium unterstützt nach eigenen Angaben eine Arbeitsgruppe von Tuberkuloseärzten. Sie kümmert sich vor allem um die Fortbildung der Mitarbeiter von Gesundheitsämtern und erarbeitet Empfehlungen für den öffentlichen Gesundheitsdienst. "Besondere Probleme bereiten international die Erkrankungen an Tuberkulose, die durch resistente Erreger verursacht werden, gegen die mehrere der bewährtesten und erfolgreichsten Medikamente nicht mehr wirksam sind", teilte das Ministerium mit. In Deutschland habe sich der Anteil multiresistenter Tuberkulosen weitgehend stabilisiert und betrage rund drei Prozent, in Sachsen ein Prozent.

Der Arzt und Mikrobiologe Robert Koch (1843-1910) hatte am 24. März 1882 bekanntgegeben, dass er den bakteriellen Erreger der damals noch tödlichen Schwindsucht (Tuberkulose) entdeckt habe. 1905 wurde ihm dafür der Nobelpreis verliehen. Heute wird der 24. März als Welttuberkulosetag begangen. Nach Angaben der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe wird die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen auf weltweit rund neun Millionen geschätzt. Etwa zwei Millionen Menschen würden jedes Jahr an Tuberkulose sterben.


dpa