Ukranische Nackt-Demonstrantinnen misshandelt?

Die Frauengruppe 'Femen'
Schreiendes Unrecht? Die Gruppe 'Femen' protestiert gegen Weißrusslands Diktator Lukaschenko. © REUTERS, STAFF

Protestgruppe 'Femen': Barbusiger Protest gegen Lukaschenko

"Our god is woman, our mission is protest, our weapons are bare breasts" - zu deutsch: "Unser Gott ist eine Frau, unsere Mission ist Protest und unsere Waffen sind blanke Brüste". Dies ist das Motto der ukrainischen Frauengruppe 'Femen', die seit drei Jahren mit spektakulären Protestaktionen auf sich aufmerksam macht.

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Die Frauen kämpfen gegen Prostitution während der kommenden Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine, sie protestierten gegen Dominik Strauss-Kahn im Zuge der Zimmermädchen-Affäre und sie zogen auch schon gegen Silvio Berlusconi in den Kampf.

Jetzt hat sich die Gruppe, die nach eigenen Angaben 30.000 Unterstützer hat, einen mächtigen und wenig zimperlichen Gegenspieler ausgesucht: Weißrusslands Diktator Alexander Lukaschenko.

In den Wald verschleppt und ausgezogen?

Drei der ukrainischen 'oben-ohne'-Aktivistinnen waren nach Minsk gereist und hatten dort gegen den Präsidenten demonstriert. Die Frauen klebten sich einen Oberlippenbart, wie Lukaschenko ihn trägt, ins Gesicht und skandierten mit Plakaten und natürlich barbusig Parolen. Daraufhin wurden sie vom Geheimdienst KGB festgenommen und, so berichteten sie selbst, misshandelt.

Die Frauen seien in einen rund 300 Kilometer entfernten Wald verschleppt worden, teilte 'Femen' in Kiew mit. Dort seien sie nackt ausgezogen, gefilmt und gedemütigt worden. KGB-Chef Wadim Saizew wies die Vorwürfe als "Provokation" zurück. "Sie können erzählen, was sie wollen - aber unsere Männer haben sie nicht angefasst", sagte er.

Die drei Frauen seien ausgewiesen worden, meldete die unabhängige weißrussische Agentur Belapan. Ein ukrainischer Diplomat habe die Aktivistinnen mit dem Auto zurück nach Kiew gefahren.

Lukaschenko hatte sich am 19. Dezember 2010 in der früheren Sowjetrepublik mit fast 80 Prozent der Stimmen im Amt bestätigen lassen. Beobachter kritisierten die Wahl als unfair.


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