Umstrittenes Plakat: Die Partei greift mit Bild von totem Flüchtlingsjungen Aylan die CDU an

die partei wahlplakat
Das umstrittene Plakat (Quelle: Die Partei, Facebook)

Darf Satire heute noch alles?

Was darf  Satire? Kurt Tucholsky antwortete 1919 auf diese Frage mit "Alles", doch das ist fast 100 Jahre her. Am jüngsten Wahlkampfplakat der selbsternannten Satirepartei scheiden sich die Geister: Ist es geschmacklos, das Bild eines toten Jungen, das zu einem Symbol für die Flüchtlingstragödie wurde, für ihre Zwecke persiflieren?

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Die Partei hat ihr Ziel erreicht

Fest steht: die Initiatoren haben ihr Ziel - Aufmerksamkeit - durch große Verbreitung in sozialen Medien und Berichte wie diesen erreicht. Die Partei hat das Foto des toten Flüchtlingskindes Aylan, das im September 2015 weltweit die Menschen berührte, zum Motiv einer Plakataktion gemacht, mit der sie die CDU angreift.

In Anspielung auf den Slogan der Christdemokraten ('In einem Land, in dem wir gut und gerne leben') heißt es darauf: 'Für einen Strand, an dem wir gut und gern liegen'.

Frage 1 von 1:

Was meinen Sie?

ODER
© Parteichef Martin Sonneborn, Kurt Tucholsky

Zur Begründung heißt es beim federnführenden Kreisverband Dresden: "Beim Erstellen des Plakats haben wir uns an der Feelgood-Kampagne der CDU orientiert und das Strandbild mit den meisten Klicks gesucht. Das Ergebnis hat uns auch überrascht, aber wie Grüne, AfD und Co. zeigen: Kinder machen sich immer gut."

Vater: "Es macht mich traurig, wenn ich das Foto in einem solchen Zusammenhang sehen muss"

Ist 'Die Partei' damit zu weit gegangen? Diese Frage kann nur jeder Mensch für sich beantworten, so wie das auch der Vater des toten Jungen tut: "Es macht mich traurig, wenn ich das Foto in einem solchen Zusammenhang sehen muss", sagte Abdullah Kurdi laut 'Bild-Zeitung'. Für ihn ist Angela Merkel die "einzige Politikerin auf der Welt" gewesen, die 2015 wirklich Verantwortung übernommen habe. "Ich bin ihr trotz unseres Dramas bis heute dankbar, dass Deutschland so viele Menschen aufgenommen hat", so der Vater des Jungen zu dem Blatt.

Die ganze Flüchtlingstragödie in einem Bild
Die ganze Flüchtlingstragödie in einem Bild Toter Aylan wird zum Symbol 00:00:44
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Partei weist Kritik zurück

Kritik an der Aktion weist Parteichef Martin Sonneborn zurück bzw. reicht sie symbolisch nach Berlin weiter: "Aber im Gegensatz zu GroKo Haram wollen wir eine Diskussion über das anhaltende große Sterben" Die Kritik aus dem Netz solle man daher ans Kanzleramt adressieren, so Sonneborn laut 'meedia.de'.