Unwetter: Ausnahmezustand in Berlin

Dorf in Thüringen durch Windhose verwüstet

Schwere Unwetter haben in großen Teilen Deutschlands massive Schäden angerichtet. Mehrere Menschen wurden durch herabstürzende Äste und umherfliegende Trümmer verletzt. Nachdem es bereits seit dem Nachmittag im Südwesten, in der Mitte und im Osten heftig gekracht hatte, wurde in der Nacht in Berlin der Ausnahmezustand ausgerufen. In der Hauptstadt klingelte der Notruf im Minutentakt: Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume - kurz vor Mitternacht zählten die Feuerwehren in der Hauptstadt schon mehr als 200 Einsätze.

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Unwetter Deutschland Ausnahmezustand Berlin
Ein Mann läuft bei heftigem Regen über eine Straße in Berlin-Neukölln. © dpa, Kay Nietfeld

Das 800-Einwohner-Dorf Kaltensundheim (Thüringen) wurde durch eine Windhose verwüstet. Häuser wurden abgedeckt, Bäume gespalten, Mauern umgerissen. Eine fast durchgehende, breite Gewitterlinie zog am Abend quer durch das Deutschland. Nach Hessen krachte es besonders heftig in Bayern, Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Auch auf vielen Bahnstrecken ging zeitweise nichts mehr, zehntausende Reisende saßen fest.

Wegen Sturmböen, Blitzeinschlägen und entwurzelten Bäumen mussten mehrere Bahnstrecken ganz oder teilweise gesperrt werden. Zehntausende Passagiere steckten stundenlang fest. Entwarnung gab es inzwischen für die Reisenden zwischen Berlin und Hamburg. Die teilweise gesperrte Bahnstrecke ist wieder befahrbar. Probleme hatte es auch auf allen Fernstrecken von und nach Frankfurt am Main gegeben.

Heute Gewitter im Westen und Nordwesten

Am Frankfurter Flughafen musste der Betrieb wegen des starken Sturms immer wieder unterbrochen werden. Zudem wurde bis in die Nacht an einer Versorgungsbrücke gearbeitet, die durch das Dach des Fernbahnhofs zu stürzen drohte. "Mit einem Kran wurde versucht, die Brücke zu sichern", sagte ein Polizeisprecher. Mittlerweile sei der Betrieb am Bahnhof wieder aufgenommen und die Sperrung der direkt daneben verlaufenden Bundesstraße 43 aufgehoben worden.

Heute breitet sich vom Saarland teils kräftiger und mit örtlichen Gewittern durchsetzter Regen über den Westen aus und zieht am Nachmittag in den Nordwesten. Im Emsland steigen die Temperaturen nur noch auf höchstens 20 Grad, im Rheinland wird es nur ein bisschen wärmer.

Im Osten und Südosten Deutschlands scheint dagegen längere Zeit die Sonne, und es wird 30 bis 35 Grad heiß, Richtung Passau sind sogar bis 37 Grad drin. In einem Streifen vom Südwesten bis nach Mecklenburg ist es bei zeitweiligem Sonnenschein und Temperaturen von 24 bis 29 Grad schwül-gewittrig. In den folgenden Tagen wird die 25-Grad-Marke fast nirgendwo in Deutschland mehr überschritten, und Regen ist nicht selten.