US-Vorwahlen: Außenseiter Gingrich bezwingt Romney

Überraschungssieg für Gingrich Vor der Wahl in South Carolina hat Mitt Romney (links) noch gut lachen: Nach dem Überraschungssieg für Newt Gingrich gestaltet sich die republikanische Präsidentschaftswahl aber wieder völlig offen.

Republikanische Präsidentschaftswahl offen

Nur er könne Präsident Obama bei der Wahl im November schlagen, sagt der Republikaner Mitt Romney von sich selbst. Und bislang sah Romney auch wie der unschlagbare Favorit bei den US-Vorwahlen aus - doch das Blatt hat sich gewendet. Mit einem haushohen Vorwahl-Sieg in South Carolina macht ihm das Washingtoner Urgestein Newt Gingrich die Präsidentschaftskandidatur streitig.

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Mit dem Überraschungssieg von Gingrich ist das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur wieder völlig offen. Der einstige Parlamentspräsident gewann bei der parteiinternen Abstimmung, in der er auf 40 Prozent aller Stimmen kam, klar gegen Romney (27 Prozent). Als Dritter ging Rick Santorum, ehemaliger Senator aus Pennsylvania, mit 17 Prozent der Stimmen ins Ziel. Der Kongressabgeordnete Ron Paul erhielt 13 Prozent.

Gingrich krönte mit seinem Erfolg eine erstaunliche Aufholjagd. Noch vor wenigen Tagen hatten Meinungsforscher ihn abgeschlagen auf dem zweiten Platz gesehen. Die Vorwahl in dem Südstaat war daher von Experten bereits als Vorentscheidung für das gesamte Rennen um die Nominierung des Herausforderers von Präsident Barack Obama erachtet worden. "Ich danke jedem, der entschieden hat, mit uns gemeinsam Washington zu verändern", sagte er in seiner Siegesansprache.

Romney räumt Niederlage ein

Doch damit nicht genug: Nach dem Überraschungssieg an der Ostküste, will Gingrich seinen Siegeszug auch etwas weiter südlich fortsetzen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter bat er um Hilfe, bei der nächsten Vorwahl in Florida am31. Januar den "K.o.-Schlag zu landen".

Romney räumte seine Niederlage schon kurz nach Schließung der Wahllokale ein: "Dies ist ein harter Kampf. Wir müssen noch einen weiten Weg gehen." Der Wirtschaftsfachmann aus Boston war vor Beginn der Vorwahlen als klarer Anführer der Umfragen ins Rennen gegangen. Allerdings konnte er bisher nur einen Staat für sich entscheiden. Beim Auftakt am 3. Januar in Iowa galt der 64-Jährige zunächst als Gewinner, musste den Sieg aber nach einer Neuauszählung der Stimmen an Santorum abgeben. Bei der zweiten Vorwahl in New Hampshire siegte er mit haushohem Vorsprung.

Dem Urnengang im Süden der USA war eine turbulente Woche vorausgegangen. Bei Fernsehdebatten und in Werbespots griffen sich die verbliebenen Kandidaten hart an. Zudem warfen der texanische Gouverneur Rick Perry und der ehemalige US-Botschafter in China, Jon Huntsman, das Handtuch. Dem Multimillionär Romney könnte vor allem die öffentliche Diskussion über seine Einkommensverhältnisse geschadet haben.

Dennoch gilt der ehemalige Unternehmensberater für Experten auch nach seiner Niederlage in South Carolina noch immer als Favorit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. "Gingrich lebt von der Hand in den Mund, während Romney in anderen Staaten schon gesät hat, was er später ernten kann", schreibt das 'National Journal'.

Bildquelle: dpa bildfunk