Vermutlich Terroranschlag: Tote und Verletzte bei Boston-Marathon

Doch keine Explosion in Bibliothek

Zwei verheerende Explosionen erschütterten den 117. Boston-Marathon. Nach Polizei-Angaben wurden dabei mindestens zwei Menschen getötet und mindestens 23 verletzt. Unter den Toten ist laut dem örtlichen Sender WCVB ein acht Jahre altes Kind. Das habe die Polizei bestätigt. Ein Sprecher sagte, die Bomben hätten eine starke Sprengkraft gehabt. Die US-Bundespolizei gehe von einem Terroranschlag aus, berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf FBI-Beamte.

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Boston Marathon Explosionen Tote
Beim traditionsreichen Boston-Marathon hat es zwei Explosionen gegeben. © REUTERS, HANDOUT

Eine Lokalzeitung hatte berichtet, es habe zwölf Tote gegeben, eine andere meldete über 100 Verletzte. Einige befänden sich in kritischem Zustand. Unter den Verletzten seien auch Kinder. Die Explosionen hatten sich in der Nähe der Ziellinie ereignet.

Die Polizei hat ihre Angaben zu einer Explosion in der JFK-Bibliothek der Stadt relativiert. Der Vorfall scheine in Zusammenhang mit einem Feuer zu stehen, teilte sie über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Nach der Detonation zweier Sprengsätze im Zielbereich des Boston-Marathons war zunächst von einer dritten Explosion berichtet worden.

Nach Angaben von US-Medien wurden auch zwei weitere Sprengkörper entdeckt, die man entschärfte. Dies stärke den Verdacht, dass ein Terroranschlag Ursache des Blutbads gewesen sei. Der Luftraum über Boston wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt.

US-Präsident Barack Obama wandte sich in einer Rede an die Nation. "Wir wissen immer noch nicht, wer dies getan hat“, sagte er. "Wir werden herausfinden, warum dies geschehen ist."

"Warum? ", twitterte Sabrina Mockenhaupt

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Rettungskräfte in der Stadt im US-Bundesstaat Massachusetts verwundete Menschen versorgten. Der Zieleinlauf wurde weiträumig abgesperrt. Die ersten Läufer hatten das Rennen schon lange beendet. "Warum? ", twitterte Sabrina Mockenhaupt von der LG Sieg, die bei dem Klassiker Zehnte geworden war.

Etwa drei Stunden nach dem Zieleinlauf der Sieger war eine laute Explosion im nördlichen Teil der Boylston Street zu hören. Die zweite Explosion passierte wenige Sekunden später. 26.000 Läufer waren beim ältesten Städtelauf der Welt, der seit 1897 ausgetragen wird, an den Start gegangen. Mehr als 500.000 Menschen hatten in Boston die Straßen gesäumt. "Es klang wie ein Überschallknall", sagte eine Teilnehmerin. "Ich zittere immer noch."

Nach den Explosionen in Boston hat die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen in der Millionenmetropole New York verstärkt. Hotels und bekannte Gebäude würden bis auf weiteres strenger bewacht, berichteten US-Medien unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Die verstärkte Polizeipräsenz würde mindestens so lange aufrechterhalten, bis Näheres über die Explosionen in Boston bekannt sei.