Wasserwerfer-Einsatz bei Stuttgart 21: Zwei Polizisten angeklagt

Vorwurf: Sorgfaltspflicht vernachlässigt

Nach dem Wasserwerfer-Einsatz am 'Schwarzen Donnerstag' im Herbst 2010 gegen Stuttgart-21-Demonstranten hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Polizisten erhoben. Den 40 und 47 Jahre alten Männern wird fahrlässige Körperverletzung im Amt vorgeworfen.

- Anzeige -
Deutschland, Stuttgart 21, Politik, Polizei, Anklage, Verletzte
Bei dem ungewöhnlich harten Einsatz mit Wasserwerfern gegen Stuttgart-21-Gegner wurden rund 100 Menschen verletzt. © dpa, Marijan Murat

Als Einsatzleiter sollen sie ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben, indem sie nicht eingriffen, als ihre Kollegen den harten Wasserstrahl immer wieder auf die Menschen richteten, die gegen das Bahnprojekt protestierten. Mindestens neun Demonstranten wurden dadurch am Kopf erheblich verletzt. Gegen vier weitere der zwölf Beschuldigten sei ein Strafbefehl beantragt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Gegen die restlichen sechs wurden die Verfahren mit unterschiedlicher Begründung eingestellt.

'Wasserregen' war erlaubt

Der 'Schwarze Donnerstag' gilt als ein Höhepunkt der Auseinandersetzungen um das Bauprojekt Stuttgart 21: Bei dem ungewöhnlich harten Einsatz gegen Stuttgart-21-Gegner wurden Ende September rund 100 Menschen verletzt. Der Einsatz der Wasserwerfer sei zwar durch die Polizeiführung grundsätzlich zugelassen worden, "jedoch mit der ausdrücklichen Maßgabe, den Einsatz auf Wasserregen zu beschränken", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Als trotz Wasserregens immer mehr Demonstranten heranströmten, seien die Wasserwerferbesatzungen "von Wasserregen auf Wassersperren, Wasserstöße und langanhaltende Wasserstrahle" in Richtung der Demonstranten übergegangen.


- Anzeige -