"Wegeheld"-App gegen Parksünder: Per Handy Falschparker verpetzen

Digitale Petze

Kurz nach dem Start der Bewertungsplattform Fahrerbewertung.de startet ein weiterer Petz-Dienst, der sogar noch einen Schritt weitergeht: Bei „Wegeheld“ kann ein Falschparker fotografiert und gleich an das Ordnungsamt gemeldet werden. Damit sorgt die neue Android-App für Diskussionsstoff: Kann dieses Vorgehen wirklich zu einer schöneren Stadt für Passanten und Radfahrer beitragen oder ist der „Wegeheld“ ein nerviger Verräter?

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Ein falsch geparkter Wagen bekommt ein Ticket
Möglicherweise werden dank "Wegeheld" nun mehr Knöllchen vergeben. © dpa, Fredrik Von Erichsen

Außer dem Melden an das Ordnungsamt hat ein "Wegeheld"-Nutzer noch andere Möglichkeiten, einen Falschparker zu verpetzen. Dazu gehören Postings auf einer Internetkarte bei Facebook und Twitter. Das Einschalten der Behörden sollte den letzten Schritt, etwa bei Wiederholungstätern, darstellen.

Was ist der Zweck der "Wegeheld"-App?

Hierbei wird der Standort des Verkehrssünders über das GPS des Smartphones festgestellt. Heinrich Strößenreuther, der Erfinder der App, will für Passanten, Rad- und Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwägen bessere Mobilität auf den Straßen und Bürgersteigen schaffen. Seine App kommt allerdings nicht bei allen gut an und wird heftig diskutiert. „Solidarität sollte das oberste Gebot sein“, findet etwa eine junge Passantin.

Insgesamt sind schon über 100 E-Mail-Adressen von Ordnungsämtern in der App hinterlegt. Diese arbeiten offiziell allerdings nicht mit dem Start-Up hinter der App zusammen. Die Behörden glauben auch nicht, dass aufgrund der App in der Zukunft mehr Strafen vergeben werden müssen – schließlich gab es die Möglichkeit, Falschparker zu verpetzen, früher auch per E-Mail.