Weibliche Genitalverstümmelung: Ein Schnitt in die Seele

150 Millionen Mädchen und Frauen weltweit betroffen

Die religiöse Beschneidung von Jungen wird in Deutschland derzeit heftig diskutiert. Dabei gerät ein noch grausameres Ritual bei Mädchen fast in Vergessenheit: die Genitalverstümmelung. Rund 150 Millionen Mädchen und Frauen leben weltweit, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden. Jedes Jahr kommen laut Unicef etwa drei Millionen neue Opfer dazu. Das sind 8.000 pro Tag, über 300 pro Stunde!

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Weibliche Genitalverstümmelung, Beschneidung, Frauen
In Deutschland sind rund 30.000 Frauen dem Risiko ausgesetzt, an ihren Genitalien verstümmelt zu werden.

Auch in Deutschland sind Mädchen und Frauen diesem Risiko ausgesetzt. Laut der Organisation 'Intact e.V.' leben rund 30.000 betroffene Frauen hierzulande. Etwa 6.000 Mädchen sind in ihren Familien bedroht. Die Dunkelziffer könnte noch viel höher sein.

"Traditioneller Weise wird weibliche Genitalverstümmelung ohne Narkose und unter unhygienischen Bedingungen vorgenommen", sagt Franziska Gruber von der Organisation 'Terre des Femmes' im Interview mit RTL. "Die betroffenen Mädchen erleiden unvorstellbare Schmerzen. Aber nicht nur das: Viele verbluten oder werden mit HIV oder Hepatitis infiziert."

Sie werden beschnitten, damit sie heiraten können

Laut Gruber kommt die weibliche Genitalverstümmelung traditionellerweise in 28 Ländern Afrikas, im Süden der Arabischen Halbinsel und in einigen Ländern Asiens vor. Dabei werden die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane teilweise oder ganz entfernt. Die Praxis wird mit Messern, Rasierklingen oder anderen scharfen Gegenständen vorgenommen.

Für die meisten beschnittenen Mädchen und Frauen dort ist ihre Verstümmelung selbstverständlich – denn Tradition, Religion und Kultur verlangen dieses Ritual. So müssen Mädchen beschnitten werden, damit ein Mann sie heiratet. Viele Familien beugen sich daher dem sozialen Druck.


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