'Weihnachtsstern': Komet Ison sichtbar

Komet Ison: Sichtbar bis Januar
Der Komet Ison ist momentan mit etwas Glück mit bloßem Auge zu erkennen. © dpa

Experten: Komet noch bis zum 10. Januar sichtbar

Zur Adventszeit kündigt sich ein besonderer Gast am irdischen Himmel an: Der Komet Ison ist im Anflug auf die Sonne und könnte ein beeindruckendes Spektakel liefern. Denn Ison hat ein oder mehrere größere Stücke seines Kerns verloren und leuchtet jetzt so hell, dass man ihn bei klarem Himmel mit dem bloßen Auge erkennen kann.

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Ob und wo sie den Kometen am besten sehen können, können Sie auf unserer Wetterkarte nachschauen. Wenn man bei vor Sonnenaufgang nach Osten schaut, ist die Chance zur Beobachtung am größten. Die besten Möglichkeiten, den Kometen zu sehen, gibt es in Norddeutschland. Denn dort ist im Gegensatz zum Rest Deutschlands der Himmel nicht mit Wolken verhangen. Die Chance, den Kometen zu sehen, bleibt aber noch eine Weile bestehen. Experten rechnen damit, dass er bis zum 10. Januar 2014 sichtbar ist. Kurz vor Weihnachten wird man ihn bei klarem Himmel wohl die ganze Nacht hindurch beobachten können.

Die helle Leuchtkraft erklärt sich durch die Abspaltung. Denn dadurch sei viel Material aus dem extrem kalten Inneren des Kerns an die Oberfläche gelangt, sagt der Kometenforscher Hermann Böhnhardt. Unter dem Einfluss der Sonne werde das Material jetzt sehr aktiv, und es komme zu einer starken Ausgasung. Zusätzlich werde viel Staub freigesetzt. Weil sich dadurch viel mehr Oberfläche ergibt, die von der Sonne beschienen wird, leuchtet der Komet nun stärker als zuvor.

Am 28. November wird Ison in knapp 1,2 Millionen Kilometern Abstand, das ist etwas weniger als der Durchmesser der Sonne, die Sonne passieren. "An der Oberfläche des Kometen wird es 1.500 bis 2.000 Grad Celsius heiß – das wird ein besonderer Stresszustand", betont Böhnhardt.

Ison könnte den Forschern wichtige Ergebnisse zur Entstehung der Erde liefern

Ison wurde am 21. September 2012 mit einem Teleskop des International Scientific Optical Network (Ison) entdeckt, nach dem er auch benannt wurde. Kometen kommen aus den Außenbezirken des Sonnensystems. Sie eröffnen den Astronomen die Möglichkeit, Ursprungsmaterialien des Systems aus seiner Entstehungszeit vor rund 4,6 Milliarden Jahren zu erkunden, da die Materialien unverändert eingefroren sind.

Die Analyse auftauender Kometen erlaubt somit eine Art Archäologie des Sonnensystem, und Ison ist dafür ein besonderer Kandidat: "Im Vergleich zu anderen Kometen, die wir beobachtet haben, gilt Ison als Frischling", erläutert Böhnhardt. "Er ist bisher kaum durch Sonneneinstrahlung verändert worden."

"Bis heute ist ungeklärt, woher das Wasser der Ozeane kommt", so der Experte. Die Forscher erhoffen sich von Ison neue Erkenntnisse, ob die Theorie, dass Ozeane durch Kometeneinschläge entstanden sind, da Kometen etwa zur Hälfte aus Wasser bestehen, stimmt. Wie Jian-Yang Li vom Planetary Science Institute in Tucson betont, bietet die erwartete große Helligkeit Chancen für die Forscher, denn dadurch seien Messungen möglich, die bei den meisten anderen frischen Kometen unmöglich seien.