Weltnichtrauchertag: Deutsche fordern höhere Preise für Zigaretten

31.05.2013 | 19:56
Weltnichtrauchertag Höhere Preise für Zigaretten Höhere Preise für Zigaretten? Laut einer Umfrage fordern das viele Deutsche.

Werbung verleitet Jugendliche zum Rauchen

Es ist keine Neuigkeit, dass Rauchen die eigene Gesundheit und die der Menschen im Umfeld schädigt. Experten zufolge stirbt jeder zweite Raucher vorzeitig. Trotzdem können viele Frauen und Männer nicht vom Tabak lassen. In einer Umfrage sprachen sich viele Deutsche jetzt dafür aus, dass Zigaretten teurer werden sollten.

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Der Preis für eine Packung Zigaretten variiert nach Größe und Marke. Nach Angaben des Deutschen Zigarettenverbandes (DZV) muss man für eine Schachtel mit 19 Zigaretten etwa fünf Euro bezahlen. Zwischen einzelnen Herstellern schwankten die Preise aber zwischen 3,50 Euro und 7 Euro. Eine neue Umfrage zeigt jetzt: Viele Deutsche wollen zum Schutz der Gesundheit eine Preiserhöhung für Zigaretten.

Demnach sind 42 Prozent der Befragten dafür, den Preis für eine Schachtel Zigaretten anzuheben. 29 Prozent halten die Kosten für angemessen. Nur etwa ein Viertel der Befragten (23 Prozent) ist der Ansicht, dass Zigaretten billiger werden sollten. Der Rest konnte sich nicht entscheiden. Die repräsentative Umfrage wurde anlässlich des Weltnichtrauchertags vom Meinungsforschungsinstituts 'YouGov' durchgeführt.

Ob allein der Preis den Deutschen die Lust aufs Rauchen vermiest, steht aber auf einem anderen Blatt. Wie eine Umfrage unter 1.500 Männern und Frauen der Singlebörse 'bildkontakte.de' ergab, kommt Rauchen beim Flirten nicht gut an – im Gegenteil: 85 Prozent der Frauen würden ein Date mit einem starken Raucher ausschlagen. Und: Fast ein Drittel der Männer glaubt, dass Raucher weniger Chancen in der Liebe haben als Nichtraucher. Der unangenehme Geruch in Wohnung und Kleidung, ein fieser Geschmack beim Küssen und gelbe Zähne oder Finger werden als störend empfunden. Daher würden 86 Prozent der befragten Singles ihr Laster für die Liebe aufgeben.

Rauchen ist bei Jugendlichen out

Nach Angaben einer Studie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) rauchen etwa 33 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen täglich oder gelegentlich. Bei vielen Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahre gilt das Qualmen anscheinend nicht mehr als cool. Die Teenie-Raucherquote hat sich zwischen 2001 und 2011 mehr als halbiert, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Demnach ergab eine Umfrage in der Altersgruppe, dass zwei Drittel der Befragten noch nie geraucht haben.

Ein Risiko, doch zum Glimmstängel zu greifen, stellt für Jugendliche die Werbung der Tabakindustrie dar. Diese verleitet die Heranwachsenden tatsächlich zum Rauchen: "Je mehr Tabakwerbung Jugendliche schauen, desto häufiger rauchen sie - und werden letztendlich abhängig", teilten die DAK-Gesundheit und das Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung nach einer Langzeituntersuchung mit. Die Forscher beobachteten rund 1.300 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 15 Jahren zweieinhalb Jahre lang. Zu Beginn der Studie rauchten sie nicht. Nach zehn Kontakten mit Tabakwerbung aber habe sich das Risiko des täglichen Rauchens um 30 Prozent erhöht. "Damit ist der Weg in eine Abhängigkeit getan", erklärte DAK-Suchtexperte Ralf Kremer. Deshalb solle verstärkt auf Aufklärung gerade bei Schülern gesetzt werden.

Auch der verschärfte Nichtraucherschutz in Gaststätten oder am Arbeitsplatz kommt an: Dreiviertel der 'YouGov'-Befragten erklärte sich mit den neuen Bestimmungen zufrieden – 21 Prozent fordern aber noch konsequentere Raucherverbote, beispielsweise ein einheitliches Gesetz für ganz Deutschland. Der Nichtraucherschutz ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Sehr scharfe Gesetze in der Gastronomie hat zum Beispiel Bayern.

Nach Angaben von Martina Pötschke-Langer, Expertin beim Deutschen Krebsforschungszentrum, gehen nach den jüngsten Zahlen für 2007 rund 77.500 Todesfälle bei Männern pro Jahr auf das Rauchen zurück, bei Frauen seien es 28.800. Aus Langzeituntersuchungen wisse man, dass Raucher statistisch gesehen zehn Jahre ihres Lebens verlören - und jeder zweite Raucher vorzeitig sterbe. Wer aber vor dem 40. Lebensjahr mit dem Qualmen aufhöre, könne seine Lebenschancen deutlich verbessern.

Bildquelle: dpa bildfunk