Welttierschutztag: Den Umgang mit Tieren überdenken

"Stimme für die Tiere - Für ein neues Tierschutzgesetz mit Verbandsklage"

Unter diesem Motto rufen der Tierschutzbund und alle seine Mitgliedsvereine am 4. Oktober den Welttierschutztag aus. Ein Grund, über den Umgang mit Tieren nachzudenken. Denn: Noch immer werden Affen in Laboren fernab jeglichen Tageslichts gehalten, Elefanten im beliebten nepalesischen Nationalpark in Chitwan müssen den Tag an Ketten gefesselt verbringen und in der Ukraine wurden Hunde vor der diesjährigen Europameisterschaft bei lebendigem Leibe verbrannt, weil sie nach Ansicht vieler Bürgermeister und Funktionäre das Stadtbild verschandelten. Ganz zu schweigen von den fürchterlichen Zuständen in der Fleischindustrie.

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Chitwan, angeketteter Elefant, Welttierschutztag
Sie sind nur ein Beispiel für den verantwortungslosen Umgang des Menschen mit Tieren: Die Elefanten in Chitwan.

Auch wenn sich im Tierschutz schon einiges geändert hat, gibt es weiterhin viel zu tun. "Der Kampf um ein neues Tierschutzgesetz ist nach den von der Bundesregierung und Bundesministerin Ilse Aigner vorgelegten Änderungen noch nicht beendet. Nachbesserungen sind unumgänglich, damit aus dem Tier-Nutz-Gesetz ein Gesetz wird, das die Tiere wirklich schützt", so der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder.

Zudem kündigt der Tierschutzbund auf seiner Homepage an, auf ein Tierschutzklagerecht zu plädieren, um Präzedenzurteile zu erwirken. So würde ein Urteil über umstrittene Haltungsbedingungen an einem Ort dann analog für alle anderen Orte gelten.

Doch wogegen soll konkret vorgegangen werden? In Deutschland werden immer wieder Tierhaltungen entdeckt, die für die Geschöpfe der reinste Horror sind. Eines der jüngsten Beispiele stellt eine skandalöse Kaninchenzucht in Cloppenburg dar. Dort wurden bis zu acht Kaninchen in Drahtboxen von gerade einmal 46 mal 51 Zentimetern gehalten. Die Ohren der Tiere waren teilweise von ihren Artgenossen abgeknabbert.

Doch nicht nur hierzulande werden Tiere unter fürchterlichen Bedingungen gehalten. In Chitwan in Nepal müssen Elefanten bis zu 16 Stunden am Tag an den Vorderbeinen angekettet ausharren. So und durch traumatische Schmerzerfahrungen in jungem Alter macht man die Dickhäuter gefügig. Denn ihre Aufgabe ist es, Touristen durch den Nationalpark zu führen. Und so lange deren Interesse nicht abreißt, werden die Tiere auch weiterhin leiden müssen.

Der Welttierschutztag soll auf diese und andere erhebliche Missstände hinweisen. Nur wenn ein Umdenken stattfindet, können die Tiere vor nicht artgerechter Haltung und unnötigen Qualen geschützt werden.

Erstmals abgehalten wurde der Welttierschutztag 1931. Zwei Jahre zuvor wurde seine Einführung auf dem Internationalen Tierschutzkongress in Wien beschlossen. An dem Tag gedenkt man dem Heiligen Franz von Assisi, dem Schutzpatron der Tiere, der am 3. Oktober 1226 starb. Da die Zeit nach Sonnenuntergang damals bereits zum nächsten Tag gezählt wurde, zelebriert man den Welttierschutztag am 4. Oktober.

Die Begeisterung des Menschen für die Tiere scheint dabei ungetrübt. Der Hype um Eisbär Knut und die schielende Heidi sind nur zwei Belege dafür. Auch die zahlreichen Pullis, die Pinguine vor einer Ölpest schützen sollten und die eine Reisebüro-Leiterin nach einem Aufruf aus aller Welt erhalten hat, zeigen, dass Menschen sich durchaus um Tiere sorgen. Auch der Aufschrei um die fahrenden Krematorien in der Ukraine vor der Fußball-EM war enorm.

Wir haben anlässlich des diesjährigen Welttierschutztages noch einmal alle unsere Tiergeschichten für Sie gesammelt: Von den gefesselten Elefanten, die als Touristen-Taxis herhalten müssen, über Labor-Affen, die zum ersten Mal Sonnenlicht sehen, bis hin zum berühmten schielenden Opossum Heidi, dessen Todestag sich am 28. September zum ersten Mal jährte.