"Wir müssen einfach positiv dagegen halten" - So geht Integrationshilfe

So geht Integrationshilfe
So geht Integrationshilfe Projekte für Flüchtlinge 00:02:51
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Sami arbeitet 14 Stunden pro Woche ehrenamtlich

Über das Thema Flüchtlinge wird in der Öffentlichkeit seit Monaten laut und kontrovers diskutiert. Doch über diejenigen, die ehrenamtlich ihre Freizeit opfern, um den Flüchtlingen zu helfen, spricht kaum jemand. Wie es ihnen geht, was sie stemmen müssen, und wie sie mittlerweile - eineinhalb Jahre nach der großen Flüchtlingswelle - arbeiten, darüber haben wir stellvertretend für viele andere mit zwei Helfern gesprochen und stellen sie einmal vor. 

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Viele Probleme, aber auch jede Menge Dankbarkeit

In der Kleiderkammer Hamburg sammelt Sami Khokhar Hilfsgüter ein. Seit September 2015 betreibt er das Teemobil und opfert dafür etwa 14 Stunden pro Woche. Ziel heute: Der Stadtteil Lemsahl - dort leben seit Monaten viele Flüchtlinge. "Der Tee ist jetzt eher der Zweck, um sich auch mal hinzusetzen, mal zu sprechen“, beschreibt Sami.  

Und deshalb hat Sami auch nicht nur Tee im Gepäck. Vor Ort erwarten ihn schon einige andere Helfer. Mit Lesestoff und Gebäck geht es zu den Migranten, vor allem für die Kinder eine schöne Abwechslung - und die Möglichkeit, mit dem neuen Zuhause in Kontakt zu treten. 

Das alles sieht problemloser aus, als es ist. Denn längst packen nicht mehr so viele freiwillig mit an, wie zu Beginn der Flüchtlingswelle. Die Hochzeit der Willkommenskultur scheint vorbei. "Die Helferanzahl ist gesunken", sagt Sami. Anfangs seien viel mehr Helfer da gewesen. ​

"Teil des Gemeinwesens, das etwas tun kann"

Dorothy Dittmann-Meixner aus München ist immer noch da. Die Lehrerin gibt Flüchtlingen in ihrer Freizeit Nachhilfe in Deutsch und Mathematik. "Ich bin halt ein Teil des Gemeinwesens, das ein bisschen was dazu tun kann", sagt die 64-Jährige. "Ich war am Anfang nicht unbedingt euphorisch. Ich bin also nicht zum Bahnhof gelaufen. Aber ich habe gedacht, in dem Moment wo man hier was tun kann, starte ich.“

Nach Ansicht von Dorothy die einzige Möglichkeit, um Flüchtlingsgegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen. "Wir müssen einfach positiv dagegen halten", sagt sie. Sie sieht sich und andere Gleichgesinnte in der Pflicht. Denn von wem sollten Migranten lernen, wenn nicht von Menschen, die für ein Lächeln Integrationshilfe betreiben - und nicht für Geld.  


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