Wunder in Bangladesch: Rettungskräfte retten Überlebende

Schlimmstes Unglück in der Geschichte Bangladeschs

Das Wunder von Dhaka: Zweieinhalb Wochen nach dem verheerenden Brand in einer Textilfabrik in Bangladeschs Hauptstadt haben Rettungskräfte eine Überlebende gefunden und Reshma Begum aus den Trümmern befreit. Fernsehsender berichteten live von der Rettung. Die Frau wurde von Helfern in ein Militärkrankenhaus gebracht, teilte ein Armeesprecher mit.

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Überlebende in Bangladesch gefunden nach 17 Tagen, Wunder, Dhaka
Das Wunder von Dhaka: Eine Frau wurde nach 16 Tagen lebend gefunden. © REUTERS, STRINGER/BANGLADESH

Sie werde nun auf der Intensivstation behandelt, sagte Oberstleutnant Emran Hossain. "Als ich rief, ob da drinnen noch jemand am Leben sei, antwortete sie und bat um Hilfe", sagte Major Moazeem. Daraufhin sei sofort der Einsatz schwerer Maschinen wie Bagger und Kräne eingestellt worden. "Sie war in einer Lücke im Keller gefangen", sagte er, habe sich aber bewegen können. Eine knappe Stunde dauerte es, bis die Retter mit Hammern, Handbohrern und Sägen zu ihr vorgedrungen waren. Dann reichten sie ihr Wasser und Kekse.

Das Unglück ist das schlimmste in der Geschichte Bangladeschs. Die Zahl der Opfer steigt noch immer: Über 1.000 Menschen fielen dem Einsturz zum Opfer. Wie ein Sprecher des Zentrums für Katastrophenmanagement mitteilte, wurden bisher mindestens 1.045 Leichen aus den Trümmern des Gebäudes im Industriegebiet Savar nordwestlich der Hauptstadt Dhaka geborgen. Fast 2.500 Menschen, vor allem Frauen, waren am 24. April beim Einsturz des achtstöckigen Hauses mit Textilfabriken und Geschäften verletzt worden. Zahlreichen Menschen mussten Hände oder Füße amputiert werden, um sie aus den Trümmern befreien zu können.

Die Behörden in Bangladesch ließen derweil 18 gefährdete Fabriken schließen, den Großteil davon in Dhaka. Weitere Produktionsstätten müssten den Betrieb einstellen, wenn sie als riskant eingestuft würden, sagte Textilminister Abdul Latif Siddiqui.

Erneuter Brand mit acht Toten in Bangladesch

Zuvor war ein Ausschuss gegründet worden, der binnen drei Monaten der Regierung Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitsstandards in den Textilfabriken des Landes präsentieren soll. Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Niedriglohnlandes Bangladesch, sie macht 79 Prozent der Exporteinnahmen aus.

Zwei Wochen nach dem Unglück hatte zudem ein Feuer ein anderes Textilunternehmen in Dhaka zerstört. Mindestens acht Menschen wurden getötet, sechs weitere verletzt. Das Feuer sei vermutlich wegen eines Kurzschlusses ausgebrochen. Die Flammen waren nach zwei Stunden gelöscht.

Nach Angaben der Polizei brach das Feuer erst aus, als ein Großteil der Belegschaft das Gebäude bereits verlassen hatte. Unter den Toten waren daher offenbar keine Fabrikarbeiter. Zu den Opfern zählen der Besitzer der Fabrik, vier seiner Mitarbeiter sowie zwei Polizisten. In dem betroffenen Unternehmen werde hauptsächlich Kleidung für den Export gefertigt.