WWF-Bericht präsentiert dramatische Zahlen: Der Erde droht ein Burnout

75 Prozent weniger Süßwassertiere

In den letzten 40 Jahren hat sich die Zahl der Wirbeltiere halbiert. Grund dafür ist der Mensch und das von ihm veränderte Klima auf der Erde – sagt die Umweltgruppe WWF und spricht vom größten Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier und einem "globalen Burnout".

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Zahl der Wirbeltiere halbiert - auch die Pandas gelten als stark gefährdet.
Wenn wir so weitermachen, treiben wir die Erde in einen Burnout, meinen die Umweltschützer vom WWF. © dpa, Diego_Azubel

Dass die Zahlen extrem ausfallen würden, war den Naturschützern schon im Vorfeld klar. Doch selbst die Experten vom WWF sind überrascht, wie negativ der nun veröffentlichte 'Living Planet Report' ausgefallen ist. Leidtragende des menschlichen Konsums sind vor allem die Tiere. Zwischen 1970 und 2010 hat sich laut Bericht die Zahl der mehr als 3.000 untersuchten Säugetiere, Vögel, Fische und Reptilien im Schnitt halbiert. Besonders betroffen sind die Tropen und Lateinamerika.

Auch Deutschland lebt auf Kosten anderer Länder

Verantwortlich für das extreme Artensterben ist der Mensch. Laut der Studie essen wir zu viel Fleisch, überfischen die Meere und zerstören den Lebensraum der Tiere. Hinzu kommt der Klimawandel, der die Erde und seine Bewohner in den kommenden Jahren mit immer größer werdenden Problemen konfrontieren wird.

Noch viel dramatischer ist die Lage bei den Süßwassertieren: Von ihnen gibt es 75 Prozent weniger als noch vor 40 Jahren. Die Zahl der Menschen hingegen hat sich im gleichen Zeitraum fast verdoppelt. Die Menschheit raubt so der Erde ihre Reserven. Jährlich verbrauchen wir 50 Prozent mehr Ressourcen, als die Erde im gleichen Zeitraum erneuern kann. Dazu zählen etwa Ackerland, Fischgründe oder Wälder. Leben wir so weiter wie bisher, würden bis zum Jahr 2030 zwei komplette Planeten benötigt, um den Bedarf an Nahrung, Energie und Wasser zu decken.

Auch Deutschland leistet seinen Beitrag zu diesen alarmierenden Zahlen. "Jeder von uns verbraucht statistisch gesehen doppelt so viele Ressourcen, wie ihm nach dem globalen Pro-Kopf-Limit zustehen würde. Somit leben wir auf Kosten anderer Länder", meint Eberhard Brandes, Geschäftsführer WWF Deutschland. "Wir entziehen unseren Kindern die Lebensgrundlage in atemberaubender Geschwindigkeit. Damit treibt die Menschheit ihren eigenen Planeten in einen gefährlichen Burnout", heißt es in dem Bericht.