WWF-Ehrenpräsident König Juan Carlos geht auf Elefantenjagd

WWF legt nahe, die Ehrenpräsidentschaft in Spanien niederzulegen

Der spanische König Juan Carlos steht wegen der öffentlich gewordenen Elefantenjagd in der Kritik. Der WWF legte dem Monarchen nahe, sein Amt als Ehrenpräsident der Tierschutzvereinigung in Spanien niederzulegen. Der 74-Jährige hatte sich in einem Safari Camp in Botswana die Hüfte gebrochen, wodurch die private Reise erst publik wurde.

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Der spanische WWF forderte in einem offenen Brief an das Königshaus einen schnellstmöglichen Gesprächstermin. Man wolle eine Petition mit tausenden Unterschriften überreichen, in der Juan Carlos aufgefordert wird, das WWF-Ehrenamt niederzulegen, erklärte Juan Carlos del Olmo, Generalsekretär des WWF in Spanien. Außerdem fordert del Olmo eine Erklärung des Königs. Eine Internet-Initiative zur Absetzung des Ehrenpräsidenten unterzeichneten bis Montagnachmittag mehr als 45.000 Menschen. Der WWF Deutschland forderte den König direkt auf, sein Ehrenamt niederlegen, wie Sprecher Roland Gramling in Berlin sagte.

Die Stil-Ikone der Sechzigerjahre und Tierschützerin Brigitte Bardot schickte umgehend einen Brief an den spanischen König: "Das ist (...) widerlich und unwürdig für eine Person Ihres Ranges", heißt es in dem von Bardots Stiftung verbreiteten Schreiben. "Ihre Majestät, ich wünsche Ihnen keine zügige Genesung, wenn dies dazu führt, dass sie Ihre mörderischen Reisen nach Afrika oder anderswohin fortsetzen, aber ich hoffe, dass dieser Sturz Ihre Gedankenwelt wieder in Ordnung bringt."

Falsches Signal zur falschen Zeit

In der Kritik steht König Juan Carlos nicht nur wegen seiner zweifelhaften Jagd auf bedrohte Wildtiere. So schrieb die rechtsliberale Zeitung 'El Mundo' von einer "unverantwortlichen Reise, die zum falschen Zeitpunkt stattgefunden hat". Der linke Parlamentarier Gaspar Llamazares meinte, das Königshaus habe mit dem Jagdausflug gezeigt, dass es ihm an Sensibilität fehle in einer Zeit, in der viele Spanier nicht wüssten, wie die Zukunft ihrer Kinder aussehen werde.

Der Regierungschef des spanischen Baskenlandes, Patxi Lopez, sagte, "es wäre nicht schlecht", wenn der König sich bei den Bürgern entschuldigen würde. Audrücklich betonte er, dass auch Juan Carlos zwar ein Recht auf ein Privatleben habe. "In diesen Zeiten gibt es jedoch gewisse Dinge, die die Bürger nicht verstehen, und eins davon ist diese Reise", sagte Lopez. Tomás Gómez, Chef der Madrider Sozialisten ging sogar so weit, dem König die Abdankung nahezulegen.

Der 74-jährige Juan Carlos wurde am Wochenende in einer Klinik in Madrid operiert, nachdem er im Safari Camp über eine Stufe gestolpert war. Juan Carlos hat sich vor allem beim Sport bereits mehrfach verletzt. Der König ist leidenschaftlicher Jäger, sowie ein Segel- und Skifreund.

Der Enkel des Königs, Felipe Juan Froilán, wurde derweil eine Woche nach seinem Schießunfall aus dem Krankenhaus entlassen. Der 13 Jahre alte Sohn von Königstochter Elena hatte sich am Montag vergangener Woche mit einem Gewehr versehentlich in den Fuß geschossen. Der Unfall hatte sich bei Schießübungen auf einem Landgut des Vaters des Jungen in Nordspanien ereignet.


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