Zeitlimit fürs Klo: US-Unternehmen verbietet längere Aufenthalte auf der Toilette

Zeitbegrenzung für die Toilette sorgt für Empörung in den USA

Im US-Unternehmen ‚WaterSaver Faucet Co.‘ ist es verboten, länger als sechs Minuten am Tag auf der Toilette zu verbringen. Die Mitarbeiter bekommen sogar einen Gutschein in Höhe von 20 Dollar, wenn sie einen Monat lang gar nicht auf Toilette gehen. Begründung des Chefs: Fehlende Produktivität der Angestellten.

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Zeitlimit fürs Klo: US-Unternehmen verbietet längere Aufenthalte auf der Toilette
Vor jedem Toilettengang müssen sich Mitarbeiter mit einer ID-Karte einchecken. (Foto: Symbolbild) © olly - Fotolia

Mitarbeiter der Firma ‚WaterSaver Faucet Co.‘ haben es nicht leicht: Sie müssen sich mit einer Karte einchecken, bevor sie das stille Örtchen aufsuchen. Zu diesem Zweck hat jeder Angestellte eine ID-Karte bekommen, das er vor dem Toilettengang in ein Zeitmessungssystem stecken muss. Länger als sechs Minuten pro Tag beziehungsweise 30 Minuten in der Woche auf der Toilette zu verbringen, ist verboten.

Trotz des Unternehmensnamens ‚WaterSaver‘ ist nicht etwa Umweltschonung durch weniger Wasserverbrauch der Grund für die seltsame Maßnahme: Vielmehr begründet das Unternehmen die Einführung des Systems darin, dass die Arbeitnehmer zu viel Zeit auf der Toilette verbringen. Laut Steve Kersten, Eigentümer des Unternehmens, waren es im Mai 120 Stunden, die seine Angestellten insgesamt auf dem Klo verbrachten. „Unserer Meinung nach kann jeder zur Toilette gehen, wenn er muss, aber zu lange Zeitspannen oder ständige Toilettengänge nerven uns und verringern die Produktivität“, sagte er gegenüber der US-amerikanischen Zeitung ‚Chicago Tribune‘.

Zeitlimit für die Toilette: Situation in Deutschland

Auch deutsche Unternehmen haben theoretisch das Recht, die Mitarbeiter zu überwachen, also die Toiletten-Zeit zu messen. Dafür muss allerdings ein Verdacht auf Missbrauch vorliegen, zum Beispiel wenn der Mitarbeiter seine privaten Angelegenheiten wie Telefonate oder Ähnliches auf der Toilette erledigt. Das ist vergleichbar mit einer sporadischen Taschenkontrolle bei einem Verdacht auf Diebstahl.

In Deutschland gab es 2010 einen ähnlichen Einzelfall: Weil ein angestellter Anwalt viel Zeit auf dem Klo verbrachte, hat ihm die Kanzlei das Nettogehalt gekürzt. Der Anwalt ließ sich das nicht gefallen und zog vor das Arbeitsgericht. Das gab dem Kläger Recht: Der Arbeitgeber trage das Risiko für Gesundheitsstörungen seiner Angestellten.