Zu geringer Verdienst trotz gesetzlichem Mindestlohn: Was Minijobber tun können

DAS können Minijobber tun
DAS können Minijobber tun Gehalt unter dem Mindestlohn 00:02:34
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So bekommen Sie den Ihnen zustehenden Mindestlohn

Bereits Anfang 2015 wurde in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn eingeführt und mittlerweile auf 8,84 Euro pro Stunde angehoben. An diesen Rahmen halten sich allerdings viele Arbeitgeber nicht: Laut einer aktuellen Studie der 'Hans-Böckler-Stiftung' bekam 2015 sogar jeder fünfte Minijobber weniger als 5,50 Euro Stundenlohn. 

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Auch die Bundesregierung will sich künftig mehr für Minijobber einsetzen

Dass der gesetzliche Mindestlohn nicht flächendeckend ausgezahlt wird, liegt daran, dass Arbeitgeber die Gefahr einer Kontrolle oftmals als zu gering einschätzen. Außerdem kommen viele Fälle nicht vor Gericht, weil Betroffene sich vor einem Rauswurf fürchten und froh sind, überhaupt eine Arbeit zu haben. Gegen einen Rauswurf kann man allerdings immer klagen - nur gibt es hier sehr unterschiedliche Erfolgsaussichten: Sollte einem Arbeitnehmer zum Beispiel gekündigt werden, weil er den Mindestlohn als Bezahlung gefordert hat, wäre das vor Gericht vielversprechend. 

Wenn die Kündigung aber ohne Begründung erfolgt, dann haben Arbeitnehmer nur eine Chance, wenn sie unter das Kündigungsschutzgesetz fallen. Dazu muss der Kläger zum einen mindestens sechs Monate im Betrieb gearbeitet haben und zum anderen muss die Firma mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen. 

Für einen Rechtsstreit benötigen die Kläger auch noch juristische Hilfe: Einen Anwalt. Für viele verbirgt sich hier ein nicht stemmbarer Kostenpunkt. Allerdings gibt es die Möglichkeit, beim zuständigen Amts- oder Arbeitsgericht Beratungshilfe zu beantragen. Für den Prozess an sich kann zusätzlich Prozesskostenhilfe verlangt werden. 

Wer sich selbst nicht traut, seinen Chef direkt auf den nicht ausgezahlten Mindestlohn anzusprechen, kann auch das Gewerbeaufsichtsamt oder den Zoll informieren: Die Behörden können den Betrieb dann unter Umständen kontrollieren und den eigenen Chef zur Nachzahlung des Lohnes verpflichten. 

Um die Lage von Minijobbern zu verbessern, verspricht jetzt auch die Bundesregierung sich für bessere Kontrollen und eine flächendeckende Auszahlung des Mindestlohnes einzusetzen.