Zugunglück in Bayern: Video zeigt Momente nach Kollision

Zugunglück: Video zeigt Momente nach Kollision
Zugunglück: Video zeigt Momente nach Kollision RTL-Reporter Stephan Richter in Bad Aibling 00:03:55
00:00 | 00:03:55

Suche nach Ursache

Es war das schwerste Zugunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren: Zwei Züge rasen nahe Bad Aibling ungebremst in einer Kurve ineinander, mindestens zehn Menschen sterben, rund 80 werden verletzt. Verstörend und schrecklich sind die Bilder, die – im Zeitalter von Smartphones und Social Media unvermeidbar - ein Überlebender des Unglücks direkt nach der Kollision mit seinem Handy filmt. Verletzte liegen am Boden, sind teilweise eingeklemmt. Andere Fahrgäste versuchen zu helfen.

- Anzeige -
Zugunglück in Bayern: Video zeigt Momente nach Kollision
Rettungskräfte bergen die Opfer des Zugunglücks in Niederbayern. © REUTERS, STRINGER

Zwei Züge stoßen auf einer eingleisigen Strecke frontal zusammen – eigentlich unmöglich da Magnete an den Schienen die Züge ausbremsen, wenn der Lokführer ein rotes Haltesignal überfährt. Angeblich soll ein Fahrdienstleiter im Stellwerk von Bad Aibling das automatische Signalsystem jedoch ausnahmsweise außer Kraft gesetzt haben um einen verspäteten Triebwagen durchzuwinken. Dem widerspricht die Polizei: Nach ersten Vernehmungen ergibt sich im Zusammenhang mit dem Zugunglück von Bad Aibling kein dringender Verdacht gegen den Fahrdienstleiter.

"Wir wehren uns vehement gegen dieses Gerücht", sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier am Unglücksort im Hinblick auf entsprechende Berichte. Zwar könne ein Fehler oder Vergehen des Diensthabenden auch nicht ausgeschlossen werden; die Ermittlungen stünden noch am Anfang. Doch sei der Fahrdienstleiter bereits unmittelbar nach dem Zusammenstoß zweier Regionalzüge am Dienstag befragt worden. Daraus ergebe sich "noch kein dringender Tatverdacht", betonte Thalmeier.

An der Unglücksstelle geht nun erst einmal die Bergung weiter. Mit schwerem Gerät sollen die Zugwracks entfernt werden. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten gestalteten sich extrem schwierig, weil die Unglücksstelle in einem Waldstück an einer Hangkante neben dem Flüsschen Mangfall liegt. Laut Polizei wird mittlerweile niemand mehr vermisst.

Rund 700 Rettungskräfte kümmerten sich nach dem Zusammenstoß um die Verletzten. Zum Teil zogen die überwiegend ehrenamtlichen Helfer die Opfer auch in Bergungssäcken mit Winden an den Hubschraubern hoch und flogen sie an das andere Ufer der Mangfall. Die 37 Kilometer lange Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim wurde nach dem Unglück komplett gesperrt. Wann die Strecke wieder geöffnet werden kann, ist unklar. Die Bergung der Trümmer wird wohl mehrere Tage dauern.


- Anzeige -