A4: Geisterfahrer will sich umbringen und tötet zwei Menschen – 12 Jahre Haft

A4: Falschfahrer zu 12 Jahren Haft verurteilt
A4: Falschfahrer zu 12 Jahren Haft verurteilt Er wollte sich umbringen und tötete zwei Menschen 00:02:16
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Unfallort glich einem "Trümmerfeld"

Für einen Falschfahrer-Unfall mit zwei Toten hat das Landgericht Aachen einen Mann aus den Niederlanden zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Richter sprachen ihn unter anderem des Mordes in zwei Fällen und des versuchten Mordes in sechs Fällen schuldig. 

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Niederländer reißt Ehepaar in den Tod

Der 47-Jährige war im Januar in Düren falsch auf die A4 von Köln nach Aachen aufgefahren. Um sich selbst das Leben zu nehmen, raste er in einen entgegenkommenden Lkw und wurde dann gegen andere Fahrzeuge geschleudert.

Ein Ehepaar starb, drei Autofahrer wurden verletzt, drei weitere kamen mit dem Schrecken davon. Die Polizei sprach anschließend von einem "Trümmerfeld" – von einem Unfall, der selbst erfahrene Polizisten und Einsatzkräfte entsetzte. 

Geisterfahrer selbst schwer verletzt

ARCHIV - Der Angeklagte Charles T. und seine Anwälte warten am 18.09.2017 im Justizzentrum in Aachen (Nordrhein-Westfalen) auf den Beginn des Prozesses vor dem Landgericht. Ein Geisterfahrer tötet bei seinem Suizidversuch auf der Autobahn 4 zwei Mens
Der Angeklagte und seine Anwälte am Justizzentrum in Aachen. © dpa, Henning Kaiser, hka nic

Angesichts der Bilder vom Ort des Geschehens kann man fast von einem Wunder sprechen, dass 'nur' zwei Menschen ums Leben kamen. Ein 76-Jähriger noch an der Unfallstelle, eine 59-Jährige später im Krankenhaus. Der Geisterfahrer wurde schwer verletzt. Nachdem er die Intensivstation verlassen konnte, wurde Haftbefehl erlassen.   

Hier finden Sie Hilfe in schwierigen Situationen

Jedes Jahr gibt es 300 echte Geisterfahrermeldungen in Deutschland. Also Meldungen, die sich am Ende nicht als falscher Alarm herausstellen. Laut ADAC-Sprecher Maximilian Maurer ist der Anteil der Fahrer mit Selbstmordabsichten eher gering, wie er dem 'Stern' sagte. Hauptgründe seien laut ADAC Alkohol- und Drogenkonsum.
Im Fall des Mannes von der A4 nicht.

Wenn auch Ihre Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen oder Sie sich um einen Angehörigen sorgen, dann versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Unter frnd.de finden Sie eine Übersicht über Hilfsangebote.

Wenn Sie schnell Hilfe brauchen, dann finden Sie unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.