Abu-Dhabi-GP: Goldhelm Lewis Hamilton rast zur Tagesbestzeit in der Wüste

ABU DHABI, UNITED ARAB EMIRATES - NOVEMBER 24: Lewis Hamilton of Great Britain driving the (44) Mercedes AMG Petronas F1 Team Mercedes F1 WO8 on track during practice for the Abu Dhabi Formula One Grand Prix at Yas Marina Circuit on November 24, 2017
Goldhelm im Silberpfeil: Lewis Hamilton rast zur Tagesbestzeit auf dem Yas Marina Circuit. © Getty Images, Bongarts, wt

Der Weltmeister schlägt zurück

Als die Sonne am Wüstenhorizont unterging, begann der Stern von Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton zu strahlen: Im 2. Freien Training zum Großen Preis von Abu Dhabi, das bei länger werdenden Schatten beginnt und im gleißenden Schein Tausender Flutlichter endet, schlug der Silberpfeil-Pilot zurück und sicherte sich die Tagesbestzeit.

Hamilton schlägt zurück

Sein neuer goldener Helm blitzte immer wieder aus dem Mercedes-Cockpit hervor, als Hamilton zur Zeitenjagd in der Wüste ausrückte. 1:37,877 Minuten benötigte der Brite dann in der zweiten Trainingseinheit, um den 5,554 Kilometer langen Yas Marina Circuit zu umrunden - Streckenrekord!

Gleichzeitig drehte der Brite damit das Kräfteverhältnis aus der ersten Session: Da hatten Hamilton noch 0,120 Sekunden auf seinen Dauerrivalen, Ferrari-Star Sebastian Vettel, gefehlt. Am Ende des Tages lag Hamilton fast mit dem gleichen Abstand (+ 0,149 Sekunden) vor Vettel und unterstrich damit seinen Willen, trotz des längst sicheren vierten Titels mit seinem zehnten Sieg die Saison zu beenden.

Vettel will den 'Trostpreis'

"Sebastian hat das letzte Rennen gewonnen, dies hier will ich ihm nicht auch noch überlassen", hatte Hamilton schon vor den ersten Trainingskilometern angekündigt. "Es geht darum, das Rennen so anzugehen, als stünde noch die WM auf dem Spiel." Zumindest für Vettel geht es tatsächlich noch um eine Kleinigkeit: die erste Vize-Weltmeisterschaft seit seinem Wechsel zu Ferrari vor drei Jahren. Dank des Vorsprungs von 22 Punkten auf Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas würde dem 30-Jährigen schon Rang acht für Platz zwei in der Gesamtwertung genügen.

Rechnen aber will Vettel gar nicht. "Das erste Ziel ist, das Rennen zu gewinnen", machte auch er deutlich. "Es hilft nicht nur einem selbst, sondern auch dem ganzen Team, noch mal einen ordentlichen Schlusspunkt zu setzen und dann mit voller Kraft voraus in den Winter zu starten", fügte er hinzu.

Auch Red Bull auf Augenhöhe

Den Sieg in der Wüste werden Vettel und Hamilton jedoch kaum unter sich ausmachen könne. Als Tagesdritter mit knapp drei Zehntelsekunden Rückstand auf die Bestzeit machte Daniel Ricciardo deutlich, dass beim Saisonfinale auch wieder mit Red Bull zu rechnen ist; auch wenn Max Verstappen als Sechster das Tempo seines Teamkollegen nicht mitgehen konnte.

Bei knapp sieben Zehntel Rückstand auf Ricciardo dürfte es im weiteren Verlauf des Wochenendes nicht bleiben. Verstappen beklagte während der Session mehrmals Probleme mit dem Motor - das könnte den großen Abstand zum Stallgefährten erklären.

Schneller als der Red-Bull-Youngster waren noch Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari und der zweite Sternenkrieger Valtteri Bottas. Auch mit vollbetankten Boliden und im Renntrimm fuhren die PS-Bändiger von Mercedes, Ferrari und Red Bull in etwa auf einem Niveau. Das verspricht Action pur für das Rennen am Sonntag (ab 14.00 Uhr live bei RTL oder online im RTL-Live-Stream bei TVNOW.de und in der TV NOW App).

Erst hinter den drei Top-Teams klaffte ein größere Lücke – doch dann ging es wieder ganz eng zu: Renaul-Pilot Nico Hülkenberg trennten als Neunten lediglich 2 Zehntel von Platz 6, den sich sein ehemaliger Force-India-Kollege Sergio Perez sicherte.

Mit nur 30 Tausendstel Rückstand sortierte sich Fernando Alonso hinter Hülkenberg ein und bewies damit einmal mehr, dass McLaren-Honda offenbar endlich die Kurve gekriegt hat. Ironie der Geschichte: In der kommenden Saison wird der McLaren nicht mehr von Honda, sondern von renault befeuert. 

Wehrlein macht ein wenig Eigenwerbung

Während Honda mit Toro Rosso ein neues Team gefunden hat, ist die Zukunft von Pascal Wehrlein in der Königsklasse so finster wie der Himmel über der Wüse am Ende der 2. Trainingseinheit. Noch immer hat der 23-Jährige keinen neuen Arbeitgeber für 2018 gefunden.

Bei seinem voraussichtlich letzten Freitags-Training in der Formel 1 gelang es dem Sauber-Mann zumindest ein wenig Werbung für sich zu machen: Als 17. behauptete er sich nicht nur vor seinem Teamkollegen Marcus Ericsson, sondern auch vor Toro-Rosso-Mann Brendon Hartley und Romain Grosjean im Haas.

Alle Ergebnisse des 2. Freien Trainings zum Abu-Dhabi-GP im Überblick.

Der Live-Ticker vom 2. Freien Training zum Abu-Dhabi-GP zum Nachlesen.