ADHS und Co.: Machen Ärzte unsere Kinder krank?

Sind Medikamente die wirksamste Lösung?

Diagnose ADHS oder Depression: Immer häufiger werden vor allem psychische Krankheiten bei Kindern festgestellt. Einfachstes Mittel sind da oft ein paar Pillen, die Ärzte bereitwillig verschreiben. Doch sind Medikamente wirklich die wirksamste Lösung? Oder machen Ärzte unsere Kinder krank?

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Kinder müssen sollen häufig Tabletten gegen ADHS und Co. nehmen
Immer mehr Kindern werden Medikamente gegen ADHS und Depressionen verordnet © picture alliance / ZB, Patrick Pleul

Vor 20 Jahren gab es noch rund 5.000 Kinder mit dem sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom – kurz ADHS. Heute sind es rund 600.000. Grund dafür ist vor allem der steigende Leistungsdruck, so Autorin Beate Frenkel. Kinder dürfen heute nicht mehr zappelig oder unkonzentriert sein. "Viele Eltern haben Angst, dass ihre Kinder versagen", sagt Frenkel. Der Griff zur Pille ist dann meist die einfachste Lösung.

Die Pharmaindustrie hat das erkannt. Pillen verkauft man am besten, indem man Krankheiten verkauft. Denn die Ärzte stecken oft mit der Pharmaindustrie unter einer Decke, sagt Beate Frenkel. Zuerst finanzieren die Konzerne Studien der Mediziner. Im Gegenzug verschreiben die dann die Medikamente der Pharmaunternehmen, so die Autorin weiter.

"Mehrzahl der Ärzte bekommen Geld von der Pharmaindustrie"

In den USA gibt es ein Handbuch, an dem sich auch deutsche Ärzte orientieren. Darin ist festgeschrieben, was eigentlich eine psychische Krankheit ist. "Jetzt hat eine Studie aufgedeckt, die Mehrzahl der Ärzte, die an diesem Handbuch mitarbeiten, bekommen Geld von der Pharmaindustrie", so Beate Frenkel.

Dr. Christiane Fischer von der 'Initiative unbestechlicher Ärzte' rät deshalb dazu, eine Zweitmeinung einzuholen. Zudem gibt es ein Gesetz, das festsetzt, wer entscheiden kann, ob ein Kind Medikamente bekommt – Ärzte oder die Eltern. In vielen Fällen helfen auch eine Familientherapie oder ein Schulpsychologe weiter, so die Expertin. Es müssen also nicht immer teure und gefährliche Medikamente sein.