Affärengerüchte um Donald Trump: Sein Anwalt bestätigt 130.000 Dollar Schweigegeld-Zahlung an Pornostar Stormy Daniels

Trump: Anwalt bestätigt Schweigegeld für Pornostar
Trump: Anwalt bestätigt Schweigegeld für Pornostar Wie eine schlechte Seifenoper 00:01:11
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Anwalt Michael Cohen will Schweigegeld aus eigener Tasche gezahlt haben

Alles gar nicht wahr, hat nicht stattgefunden: Als das 'Wall Street Journal' im Januar berichtete, Donald Trump habe seine Ehefrau Melania 2006 mit einem Pornosterchen betrogen, das später Schweigegeld bekam, wurde dies prompt vom Weißen Haus und Trumps Anwalt Michael Cohen abgestritten. Jetzt allerdings nimmt der Fall eine spektakuläre Wende. Cohen selbst gab zu, der Pornodarstellerin Stephanie Clifford (ihren Fans besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Stormy Daniels) 130.000 Dollar (rund 105.000 Euro) gezahlt zu haben, damit sie nicht plaudert. Und zwar aus eigener Tasche. 

Viele Fragen bleiben offen

Wie kommt der langjährige Anwalt von Donald Trump dazu, jetzt selbst Öl ins Feuer zu gießen? Beim US-Justizministerium und der Bundeswahlkommission waren Beschwerden eingegangen. Der Vorwurf: Die 130.000 Dollar für Pornostar Clifford seien kurz vor der heißen Phase der Präsidentschaftswahl 2016 illegalerweise mit Wahlkampfmitteln gezahlt worden. Laut dem 'Wall Street Journal' sei die Affäre von Trumps Wahlkampfeam als potentielle Gefahr im Kampf ums Weiße Haus identifiziert worden. Die Rechercheure fanden heraus, dass Stephanie Clifford das Geld über eine speziell gegründete Briefkastenfirma gezahlt wurde, nachdem sie die Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet hatte.

"Cohen bestätigt, das Geld sei aus seiner eigenen Tasche gekommen und nicht vom Wahlkampfteam oder aus einer anderen Quelle", sagte Maggie Habermann von der 'New York Times' im Interview mit 'CNN', nachdem sie mit dem Anwalt gesprochen hatte. Offenbar wollte Cohen so unangenehmen Untersuchungen der Wahlbehörde zuvorkommen. Viele Fragen allerdings blieben offen: Cohen verriet weder, warum gerade er selbst das Geld zahlte, noch, ob sein Chef davon wusste.

Stephanie Clifford weicht Fragen aus

Michael Cohen hat Geld an Stormy Daniels bezahlt.
Michael Cohen, langjähriger Anwalt von Donald Trump, hat einem Pornostar Schweigegeld bezahlt. © imago/UPI Photo, KEVIN DIETSCH, imago stock&people

Mit seinem Statement mag Cohen zwar Untersuchungen der Wahlkampfbehörde zuvorkommen. Doch im Kampf um Glaubwürdigkeit ist dies für den US-Präsidenten eine herbe Schlappe. Bereits zuvor hatte es Zweifel an der Darstellung des Weißen Hauses gegeben. So hatte Clifford etwa bereits im Jahr 2011 - lange vor der Verschwiegenheitserklärung - der Zeitschrift 'InTouch' ein ausführliches Interview über die sexuelle Beziehung zu Trump gegeben und diese bis zur Farbe seiner Unterhosen ausgeplaudert.

Beim Auftritt in der Sendung von US-Talker Jimmy Kimmel war Clifford dagegen Fragen ausgewichen. Als Kimmel etwa wissen wollte, ob das 'InTouch'- Interview stattgefunden habe, sagte sie: "Nicht so, wie es geschrieben wurde." Auch ob sie eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet habe, wollte sie nicht sagen.

Wie eine schlechte Seifenoper

Würde es nicht um den mächtigsten Mann der Welt gehen, man könnte meinen, es wäre eine schlechte Seifenopfer. Mit ihrer Körpersprache bei öffentlichen Auftritten befeuern der US-Präsident und seine First Lady allerdings die Gerüchte um eine Ehekrise noch zusätzlich. Bei der Rede ihres Ehemannes zur Lage der Nation Ende Januar klatschte Melania etwa so ernst und gelangweilt, als müsste sie gerade einem Staubsaugervertreter für dessen misslungene Werbeshow applaudieren. 

Zum einjährigen Amtsjubiläum ihres Mannes postete die First Lady lediglich ein Bild von sich selbst. Seinen 13. Hochzeitstag ließ das Paar gleich gänzlich unkommentiert verstreichen und steht damit im krassen Gegensatz zu seinen Vorgängern im Weißen Haus.