Air Berlin: Letzter Flug der insolventen Airline geht von München nach Berlin - bitterböser Song zum Abschied

Letzter Flug der insolventen Fluglinie Air Berlin
Letzter Flug der insolventen Fluglinie Air Berlin Von MUC nach TXL 00:00:31
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Air-Berlin-Mitarbeiter texten 'Mr. President' in 'Mr. CEO' um

Das letzte Mal in luftigen Höhen: Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin fliegt an diesem Freitag (27. Oktober) zum letzten Mal, danach wird der Passagierbetrieb offiziell eingestellt. Wie verärgert die Belegschaft darüber ist, zeigen die Mitarbeiter noch einmal mit einer besonderen Maßnahme. Aus dem bekannten Pink-Song 'Dear Mr. President' machten sie kurzerhand eine Version, die an die Adresse ihrer Noch-Geschäftsführung geht und es in sich hat.  

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"Sie wissen, das ist eine Lüge!“

So heißt es unter anderem übersetzt (der Song ist auf Englisch aufgenommen): "Lieber Herr Geschäftsführer, was fühlen Sie, wenn Sie nun all die (Air-Berlin-) Arbeitslosen auf der Straße stehen sehen?“, „Wie schlafen Sie, wenn der Rest von uns weint?“ 

Und es wird noch giftiger. Direkt an Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann gerichtet, singen die Mitarbeiter: "Wie können Sie sagen, niemand wird zurückgelassen? Sie wissen, das ist eine Lüge!“

Einen Großteil der Maschinen von Air Berlin will die Lufthansa übernehmen. Bis zu 3.000 Mitarbeiter sollen bei deren Tochter Eurowings unterkommen. Die Lufthansa hatte es allerdings abgelehnt, sich an einer Transfergesellschaft zu beteiligen, in der weitere Beschäftigte nach dem Ende von Air Berlin weiterqualifiziert und -vermittelt werden könnten.

70 bis 80 Prozent der Arbeitsplätze von Air Berlin sollen erhalten werden

Am Freitagabend sollen die letzten Passagierflieger in Düsseldorf und Berlin landen. Die letzte Maschine, ein Airbus A320, soll planmäßig um 21.35 Uhr in München starten und um 22.45 Uhr in Berlin-Tegel ankommen. Auf diesen Flug ist auch der langjährige Unternehmenschef Joachim Hunold gebucht, der Air Berlin von 1991 bis 2011 führte und in dieser Zeit zur Nummer zwei in Deutschland machte. Das schnelle Wachstum wurde aber zum Problem für das Unternehmen: Nach jahrelangen Verlusten musste es Mitte August Insolvenz anmelden.

Frank Kebekus, der Generalbevollmächtigte des Insolvenzverfahrens, sieht trotzdem optimistisch in die Zukunft. So sollen nicht so viele Air-Berlin-Mitarbeiter arbeitslos werden wie zuerst befürchtet. "Wir gehen davon aus, dass wir 70 bis 80 Prozent der Arbeitsplätze überleiten können", sagte er am Freitag im 'Morgenmagazin' des ZDF. Es gebe gute Aussichten, betonte Kebekus mit Blick auf die anhaltenden Gespräche mit Easyjet und Condor: "Wir verhandeln ja noch mit einem zweiten und dritten Interessenten - ich hoffe, dass wir da in den nächsten Tagen Vollzug melden können."