'Air Berlin' streicht Flüge: Ab Mitte Oktober keine Langstrecken mehr

Zukunft nimmt Gestalt an
Zukunft nimmt Gestalt an Air Berlin 00:01:14
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Nach und nach streicht 'Air Berlin' Langstrecken-Verbindungen

Das hört sich zunächst nach guten Nachrichten für 'Air Berlin'-Kunden an: Die insolvente Fluggesellschaft verspricht, dass ihre Flüge bis mindestens Ende Oktober gesichert sind. "Wir sind sicher, dass wir den Flugbetrieb in den nächsten Wochen aufrechterhalten können", so Vorstandschef Thomas Winkelmann. Schon bald soll der Verkauf großer Teile der Airline perfekt sein. Aber nicht zu früh freuen. Denn im Langstreckengeschäft sieht es weniger rosig aus: Nach und nach streicht 'Air Berlin' hier die Verbindungen. Auch in Deutschland fallen Strecken weg.

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Flugausfälle bei 'Air Berlin' schon am Freitag

Der letzte Langstreckenflug wird am 15. Oktober abheben. Die insolvente Fluglinie stellt dann ihr Angebot in diesem Segment komplett ein. Der Grund: Am Langstreckengeschäft von 'Air Berlin' hat niemand Interesse und mittlerweile wollen Leasingfirmen ihre Flugzeuge zurück. 10 ihrer 17 Langstrecken-Maschinen musste die Fluggesellschaft schon am Wochenende zurückgeben.

Bereits zu diesem Freitag (29. September) streicht 'Air Berlin' Verbindungen zwischen Hamburg und München sowie zwischen Köln/Bonn und München.

Fliegen soll nicht teurer werden

Doch das Management der Airline ist optimistisch: Beim Verkauf sei die "bestmögliche Lösung" in Sicht. So verhandelt 'Air Berlin' exklusiv mit dem Marktführer 'Lufthansa' und der britischen Fluggesellschaft 'Easyjet' – beide finanzstark und im Markt etabliert.

Dass 'Lufthansa' eine Monopol-Stellung erringen könnte und Fliegen für Passagiere teurer wird, weist Vorstandschef Winkelmann zurück: "Sie werden in Berlin und Düsseldorf genauso harten Wettbewerb wie in der Vergangenheit erleben."

Angeblich gute Jobperspektiven für 'Air-Berlin'-Mitarbeiter

Noch bis zum 1. November ist der Flugbetrieb nach Angaben von 'Air Berlin' finanziert. Von den Käufern erwartet das Unternehmen deshalb eine Zwischenfinanzierung bis zum Jahresende. Dann wird die Zustimmung der EU-Kommission zum Verkauf erwartet. Zurzeit hält ein 150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes die Airline in der Luft.

Optimismus zeigt das Management auch bezüglich der über 8.000 'Air-Berlin'-Mitarbeiter. Zwar müssen sie sich bei den möglichen Käufern voraussichtlich neu bewerben. Doch viele sollten bei ihnen unterkommen. Vier von fünf Mitarbeitern hätten gute Jobperspektiven bei den Bietern.