Akute Hungersnot im Südsudan: 100.000 Menschen droht der Tod

A mother feeds her child with a peanut-based paste for treatment of severe acute malnutrition in a UNICEF supported hospital in the capital Juba, South Sudan, January 25, 2017. Picture taken January 25, 2017. REUTERS/Siegfried Modola     TPX IMAGES O
Eine Mutter füttert ihr extrem unterernährtes Kind mit einer Paste auf Erdnussbasis. © REUTERS, SIEGFRIED MODOLA, SIE /NAD

250.000 Kinder sind stark unterernährt

Der andauernde Bürgerkrieg hat Teile des Südsudans in eine Hungersnot gestürzt. Mehr als 100.000 Menschen sind nach UN-Angaben vom Tod bedroht. Vor allem für Kinder ist die Lage dramatisch.

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"Die Krise sei menschengemacht"

Im Norden des von einem Bürgerkrieg zerrissenen Südsudan herrscht nach Angaben der Vereinten Nationen eine verheerende Hungersnot. Rund 100.000 Einwohner des Staates Unity seien in akuter Lebensgefahr, erklärten die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation, das UN-Kinderhilfswerk Unicef und das UN-Welternährungsprogramm. Weitere eine Million Menschen steht demnach kurz vor einer Hungersnot. Von Hungersnot sprechen die UN den Angaben nach dann, wenn bereits Menschen an Unterernährung gestorben sind.

Landesweit benötigten insgesamt 4,9 Millionen Einwohner - 40 Prozent der Bevölkerung - dringend Nahrungsmittel. Hilfsorganisationen müsse daher schnell ein ungehinderter Zugang zu den Menschen im Land gewährt werden, hieß es. Die Krise sei menschengemacht. "Unsere schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden", sagte der Leiter der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation im Südsudan, Serge Tissot. Der seit 2013 wütende Bürgerkrieg habe die Landwirtschaft und damit die wichtigste Lebensgrundlage der Menschen zerstört. Viele Familien hätten alle Reserven aufgebraucht und müssten von den Pflanzen und Fischen leben, die sie gerade finden und fangen könnten.

Dramatisch ist den Angaben nach auch die Situation der Jüngsten. Mehr als eine Million Kinder leide unter einer akuten Mangelernährung, sagte der Vertreter des UN-Kinderhilfswerks im Südsudan, Jeremy Hopkins. Über 250.000 Kinder seien stark unterernährt. "Wenn wir diesen Kindern nicht schnell helfen, werden viele von ihnen sterben."

Millionen Menschen auf der Flucht vor Kämpfen

Das bitterarme afrikanische Land ist erst 2011 unabhängig geworden. Nach einem Machtkampf an der Staatsspitze brachen Ende 2013 Kämpfe aus, Zehntausende Menschen wurden getötet. Mindestens 3,4 Millionen Einwohner wurden nach UN-Angaben aus ihrem Zuhause vertrieben, 1,5 Millionen von ihnen flohen ins Ausland. Es ist demnach die größte Flüchtlingskrise Afrikas, nach Syrien und Afghanistan die drittgrößte weltweit. Befriedungsversuche scheiterten. 

Drohende Hungersnot am Horn von Afrika

Die Bundesregierung stellt angesichts einer drohenden Hungersnot 16,5 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Somalia zur Verfügung. Die anhaltende Dürre sei "eine ganz große Herausforderung" für Somalia, Äthiopien und Kenia, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer. Schwerpunkte der Hilfe sollten die Nahrungs- und Trinkwasserversorgung sowie die Koordinierung der Hilfsmaßnahmen in diesen drei Ländern sein. Die Hilfsorganisation Care hatte in der vergangenen Woche erklärt: "Wir sehen ähnliche Warnsignale wie 2011, als mehr als 260.000 Menschen während der Hungersnot in Somalia starben."