Allen Warnungen zum Trotz: Donald Trump erkennt Jerusalem als Israels Hauptstadt an

Donald Trump erkennt Jerusalem als Israels Hauptstadt an
Donald Trump erkennt Jerusalem als Israels Hauptstadt an Allen Warnungen zum Trotz 00:01:49
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US-Präsident Donald Trump überschreitet rote Linie

Trotz internationaler Warnungen hat US-Präsident Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. "Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass es Zeit ist, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen", sagte der Republikaner am Mittwoch in einer Rede im Weißen Haus. Damit überschreitet Trump für viele Araber eine rote Linie.

US-Botschaft soll sofort nach Jerusalem verlegt werden

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nimmt am 03.12.2017 in Jerusalem an einer Kabinettssitzung teil. Zehntausende Israelis haben in Tel Aviv gegen Regierungschef Netanjahu demonstriert und ihm Korruption vorgeworfen. (zu dpa «Zehntau
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüßt Trumps Entscheidung. © dpa, Sebastian Scheiner, SS wal bsc

Trump wies das Außenministerium an, "sofort" mit dem Prozess zur Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu beginnen. Eine Zwei-Staaten-Lösung zur Beendigung des Nahost-Konfliktes werde er unterstützen, wenn sie von beiden Konfliktparteien gewünscht wird. Jerusalem wird auch von den Palästinensern als Hauptstadt eines möglichen künftigen Staates beansprucht. Der Ostteil der Stadt ist arabisch geprägt und wird vor allem von Arabern bewohnt. 

Die schon vorher von hochrangigen Regierungsvertretern angekündigte Entscheidung des Weißen Hauses hat mit Ausnahme von Israel in vielen Ländern der Welt teils scharfen Protest hervorgerufen. "Die US-Unterstützung für Israel ist sehr stark, die Kurve steigt immer weiter an", sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Vor allem die arabischen Nachbarn Israels sind empört. "Diese Maßnahme ist eine Schlag für die arabisch-amerikanischen Beziehungen und für die amerikanische Rolle als Vermittler zwischen Palästinensern und Israelis. Sie erschüttert das Vertrauen der Araber in die Neutralität der Amerikaner", sagte Ahmed Abu al-Ghait, Generalsekretär der Arabischen Liga. 

Bundesregierung warnt vor Ausschreitungen

Bilder des Tages Turkey President Recep Tayyip Erdogan speaks during his weekly party conference at Turkish Parliamentary, Ankara, 5th of Dec. 2017. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY 15869774
Droht Trump offen: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan © imago/Depo Photos, imago stock&people

Ein Sprecher des Kreml in Moskau äußerte sich besorgt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte den USA offen: "Herr Trump, Jerusalem ist die rote Linie der Muslime", sagte er.  "Das kann soweit gehen, dass wir unsere diplomatischen Beziehungen zu Israel abbrechen."

Mehrere palästinensische Gruppierungen haben aus Empörung über die US-Entscheidung von Mittwoch an zu drei "Tagen des Zorns" aufgerufen. In der Nähe von Bethlehem kam es zu einer Konfrontation zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten. In Bethlehem verbrannten Demonstranten schon am Dienstagabend Bilder von Trump. In Gaza zündeten am Mittwoch hunderte Demonstranten Trump-Bilder und US-Flaggen an. Die Bundesregierung warnte vor möglichen Ausschreitungen in Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen.