Arbeitslosengeld immer öfter gesperrt: "Druck auf Arbeitslose wird erhöht"

Arbeitslosengeld immer öfter gesperrt: "Druck auf Arbeitslose wird erhöht"
Erschreckende Zahlen: 18.000 verhängte Sperren mehr als im Vorjahr © dpa bildfunk

Drastischer Anstieg der Sperrzeiten

"Die Daumschrauben werden angezogen", so beschreibt Sabine Zimmermann von der Linkspartei das Vorgehen der Agentur für Arbeit. Immer häufiger werden Arbeitslosen zwischenzeitlich ihre Bezüge gesperrt. Das geht aus einer Anfrage der Abgeordneten an die Behörde hervor. Für die Betroffenen, die ohnehin schon am Existenzminimum leben, bedeutet das: Wochen-, manchmal monatelang kein Geld.

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Obwohl sich die Zahl der Empfänger des Arbeitslosengeldes I zwischen 2013 und 2014 von 915.000 auf 834.000 verringert hat, wurde mehr Arbeitslosen ihr Geld verweigert: Die Zahl der verhängten Sperrzeiten stieg von rund 698.000 im Jahr 2013 auf 716.000 im vergangenen Jahr.

Die Agentur für Arbeit kann eine Sperrzeit etwa anordnen, wenn ein Arbeitnehmer sich verspätet arbeitssuchend meldet oder sich einer Maßnahme zur beruflichen Eingliederung verweigert. Doch der Verdacht liegt nahe, dass in diesem Fall nicht allein die Arbeitslosen am Anstieg der Sperrzeiten Schuld sind: Denn nur 13.000 Mal wurde das Arbeitslosengeld verweigert, weil Betroffene Jobs abgelehnt haben. Die Bereitschaft zu arbeiten scheint bei den Arbeitslosen in Deutschland also nach wie vor groß zu sein.

"Die Zumutbarkeit wurde im Zeitverlauf immer weiter verschärft und Druck ausgeübt, niedrig entlohnte und nicht dem Berufsabschluss entsprechende Beschäftigung aufzunehmen", sagt Linken-Politikerin Zimmermann.