Arnstein: Jugendliche sterben in Gartenlaube – Vater vor Gericht

Tod in Gartenlaube: Wie soll man Andreas P. bestrafen?
Tod in Gartenlaube: Wie soll man Andreas P. bestrafen? Kinder aus Versehen mit Kohlenmonoxid vergiftet 00:02:07
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Eigene Kinder aus Versehen mit Kohlenmonoxid vergiftet

Er wollte seiner Tochter eine unvergessliche Geburtstagsfeier bereiten. Doch er machte einen furchtbaren Fehler. Am Ende finden sechs Jugendliche in einer Gartenlaube in Arnstein den Tod – vergiftet durch Kohlenmonoxid. Jetzt steht der Vater zweier Opfer wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Das muss jetzt die Frage klären, wie man einen Menschen bestraft, der den Rest seines Lebens mit der Gewissheit verbringen muss, die eigenen Kinder und ihre Freunde aus Fahrlässigkeit getötet zu haben.

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Wie konnte es zum Tod der Jugendlichen kommen?

Der tragische Fall in Arnsberg bei Würzburg hatte Anfang des Jahres bundesweit Schlagzeilen gemacht. Die Anklageschrift beschreibt die Geschehnisse so: Am 28. Januar will die Tochter des heute 52-Jährigen ihren 18. Geburtstag in der Gartenlaube des Angeklagten feiern. Weil die Hütte nicht ans Stromnetz angeschlossen ist, kauft der Mann extra einen Stromgenerator. Obwohl das Gerät nur für den Außenbereich zugelassen ist, stellt er ihn in der Laube auf. Die Abgase des benzinbetriebenen Generators leitet er mit zwei wacklig ineinandergesteckten Rohren nach draußen.

Während seine Tochter mit ihrem Bruder und vier Freunden feiert, fällt die Rohrkonstruktion auseinander. Tödliches Kohlenmonoxid breitet sich in der Laube aus. Die Jugendlichen bemerken die giftigen und geruchlosen Gase nicht. Vermutlich sind sie noch vor Mitternacht tot.

Vater macht am Morgen in der Gartenlaube einen Horror-Fund

Da der Angeklagte nichts von seinen Kindern gehört hat, macht er sich am Morgen auf den Weg zur Laube. Dort entdeckt er seine eigenen Kinder und ihre vier Freunde. Für die Jugendlichen kommt jede Hilfe zu spät.

Dass die Jugendlichen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung starben, konnte schon bald nach dem Unglück von den Gerichtsmedizinern bestätigt werden. Jetzt muss noch geklärt werden, inwieweit der Vater für den Tod der sechs Teenager verantwortlich ist. Doch wie soll man einen Mann bestrafen, der ohnehin schon mit der Gewissheit leben muss, seine eigenen Kinder und vier ihrer Freude aus Fahrlässigkeit getötet zu haben?

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Unglück hätte vorhergesehen und vermieden werden können, wenn der Mann die Hinweise des Herstellers befolgt hätte. Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft.

Wie der Vater eines Opfers die Situation beurteilt, sehen Sie im Video.