Asylantrag abgelehnt: Schweden will 106-jährige Afghanin Bibihal Uzbeki abschieben

Bibihal Uzbeki 2015 in einem kroatischen Flüchtlingscamp
Bibihal Uzbeki floh aus Afghanistan und landete 2015 in einem Flüchtlingscamp in Kroatien. Von dort aus schaffte sie es bis nach Schweden. © picture alliance / Davor Javorov, Davor Javorovic/PIXSELL, DK sv

Afghanin droht Abschiebung aus Schweden

Mehr als 8.000 Kilometer hat Bibihal Uzbeki hinter sich. Die heute 106 Jahre alte Frau flüchtete von Afghanistan nach Schweden. Einen Großteil der Strecke wurde sie von Familienangehörigen getragen. Sie hoffte auf ein paar letzte Jahre in Frieden. Doch jetzt soll die blinde Großmutter zurück in ihre Heimat geschickt werden. Schweden will Uzbeki abschieben.

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Bibihal Uzbekis Anwalt versucht, Zeit zu schinden

Sie ist wahrscheinlich der älteste Flüchtling der Welt, eine Sonderbehandlung gibt es deswegen aber nicht. Der Asylantrag der Afghanin wurde abgelehnt, wie mehrere schwedische Medien berichten. Ihre Heimat sei sicher genug, dass sie zurückkehren könne, heißt es in der Begründung.

Jetzt kann die 106-Jährige nur hoffen, dass die Behörden langsam arbeiten, dann muss sie ihre Abschiebung vielleicht nicht mehr erleben. Weil ihr Anwalt Widerspruch gegen den abgelehnten Asylantrag eingelegt hat, bekommt Uzbeki zumindest einen kleinen Aufschub. Ihr Fall landet erst einmal vor Gericht.

Schlaganfall nach der schlechten Nachricht

Zuerst wollte die Familie der 106-Jährigen nicht sagen, dass sie abgeschoben wird. Doch ihre Enkelinnen konnten ihre Tränen nicht verbergen, berichtet 'The Guardian'. Als Uzbeki herausfand, was los war, verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand massiv. Sie erlitt einen Schlaganfall, sagte ihre Familie der Zeitung.

Bibihal Uzbeki floh vor dem islamistischen Terror in ihrer Heimat. Weil die alte Frau nicht mehr richtig laufen kann, nahmen ihr Sohn und ihr Enkel sie abwechselnd auf den Rücken und trugen sie die ganze Strecke. Im Oktober 2015 erreichte die Gruppe ein Flüchtlingscamp in Kroatien. Von dort aus ging es über Deutschland weiter nach Schweden.

Laut der britischen Zeitung 'The Guardian' lebte die Familie zuerst acht Jahre lang illegal im Iran, bevor sie die gefährliche Reise nach Europa antrat. Sie hofften auf ein neues Leben im hohen Norden. Ob Uzbekis Angehörige in Schweden bleiben können oder nicht, ist noch offen. Auch ihre Asylverfahren befinden sich noch in der Schwebe.