'Aufgeschobener Kaffee': Eine wunderbare Geste der Nächstenliebe

Eigentlich kommt der Brauch aus Italien.
Den sogenannten "aufgeschobenen Kaffee" gibt es auch in Deutschland. © iStockphoto

Besondere Kaffee-Solidarität aus Italien

Zweimal zahlen, einmal trinken. In Neapel ist er fester Bestandteil des Alltags: der 'Caffè sospeso'. Gemeint ist ein sogenannter 'aufgeschobener Kaffee'. Dahinter verbirgt sich im Voraus bezahlter Kaffee für jemanden, der selbst kein Geld dafür hat. Bedürftige können dann einen Kaffee trinken – ohne zu zahlen. Denn bezahlt hat bereits ein anderer. Eine wunderbare Geste der Nächstenliebe!

'Caffè sospeso' vor allem zur Weihnachtszeit beliebt

Der 'Caffè sospeso' entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im süditalienischen Neapel und ist nun auch immer mehr in deutschen Cafés zu finden. Die Wirtschaftskrise im Jahr 2008 führte dazu, dass sich dieser Brauch auch in anderen Ländern verbreitete. Mittlerweile gibt es ihn unter den Namen 'Suspended Coffee', 'Café en attende' oder eben auch 'aufgeschobener Kaffee'. Über die Jahre hat sich die Tradition weiterentwickelt. In Neapel werden sogar ganze Essen 'aufgeschoben'. Besonders zur Weihnachtszeit praktizieren die Italiener den Brauch fleißig.

'Aufgeschobener Kaffee' berührt die Menschen

Auch in Deutschland hat die Tradition Einzug erhalten und findet viele Anhänger. Der Post eines Facebook-Users, der dazu aufgerufen hat, die Aktion zu unterstützen, wurde von Tausenden geteilt.

'Suspended Coffee' - auch in Deutschland gibt es den 'aufgeschobenen Kaffee'

Hierzulande gibt es seit 2013 ein Projekt mit dem Namen 'Suspended Coffees Germany'. Gegründet wurde es von der damaligen Schülerin Saskia Rüdiger. Sie bewegt viele Cafés dazu, sich an der großartigen Tradition zu beteiligen. Auf der Internetseite des Projekts schreibt sie: "Oft kann man einen anderen Menschen schon durch eine kleine Geste oder eine kleine Aufmerksamkeit glücklich machen. Das macht sich die Aktion 'Suspended Coffee Germany' zum Ziel." Hoffentlich wird der 'aufgeschobene Kaffee' hierzulande ebenfalls ein fester Brauch.

Auch in anderen Ländern gibt es ähnliche Aktionen, um zu helfen. In Kanada oder den USA werden beispielsweise Schals an Bäume gebunden, damit Obdachlose sich diese dort abholen können.