Aufzug im Hochhaus kaputt: Andreas S. (63) bricht in seiner Wohnung tot zusammen

Andreas S. mit seiner Familie.
Andreas S. mit seiner Familie. © privat

Andreas S. brach in seiner Wohnung tot zusammen

Es ist ein unvorstellbarer Zustand: Der Aufzug in einem Hochhaus in Berlin ist monatelang kaputt. In dem Haus wohnen Senioren, Familien mit kleinen Kindern, kranke und gesunde Menschen. Auch Andreas S. (63) lebt dort, im 9. Stock. Mehrmals täglich muss er die Treppen steigen, auch mit schweren Einkaufstüten. Das ist offenbar zu viel für den herzkranken Mann. Denn Ende November bricht er in seiner Wohnung zusammen, er ist tot. Jetzt erhebt seine Tochter schwere Vorwürfe.

Andreas S. litt an einer Herzinsuffizienz

Andreas S. mit seinem kleinen Neffen.
Andreas S. mit seinem kleinen Neffen. © privat

"Mein Vater hat sich noch drei Tage vor seinem Tod über den kaputten Aufzug beschwert, niemand hat ihn repariert“, sagt Natalie S. im Interview mit RTL. Er habe noch seine Einkäufe abgelegt und sei dann zusammengebrochen. Ihre Schwester und deren Ehemann haben ihn dann in der Wohnung gefunden.

Andreas S. litt nach Angaben seiner Tochter an einer Herzinsuffizienz. Kann ein kaputter Aufzug schuld am Tod eines Menschens sein? Wir haben mit dem Internisten Dr. Suso Lederle gesprochen. "Man kann davon ausgehen, dass der Mann bereits eine Schädigung des Herzens hatte. Und wenn ich bis in den 9. Stock hochlaufen muss, dann ist das schon eine erhebliche Belastung“, so Lederle. "Er hätte Pausen machen müssen“.

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Probleme mit dem Aufzug seit letztem Jahr bekannt

Der Wohnungsbaugesellschaft sind die Probleme mit dem Aufzug seit letztem Jahr bekannt, eine Sprecherin sagte der 'B.Z‘: "Zur Modernisierung eines Aufzuges müssen Mittel bereitgestellt werden, und die Maßnahmen müssen geplant werden. Hierfür benötigen wir die entsprechende Vorlaufzeit“.

Auch Anwohner im Haus bestätigen, dass lange Zeit nichts passierte: "Wir wurden immer wieder vertröstet", berichtet unter anderem eine Mutter von zwei kleinen Kindern. Eine andere Anwohnerin erzählt unserem Reporter: "Es wurde von der Hausverwaltung keine Hilfe angeboten."

Muss man als Mieter hinnehmen, dass der Fahrstuhl mehrere Monate nicht funktioniert? Wir haben Wibke Werner vom Berliner Mieterverein dazu befragt. Die verrät im Video, welche Ansprüche man in solch einem Fall gelten machen kann.