Behandeln oder Bestrafen: Wie soll man mit drogensüchtigen Gefangenen umgehen?

Umgang mit drogensüchtigen Straftätern
Umgang mit drogensüchtigen Straftätern Therapieren oder bestrafen? 00:10:37
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Bundesland Sachsen reagiert auf Crystal Meth-Problem

Das sächsische Jugendgefängnis Regnis-Breitingen soll sich künftig verstärkt um junge Gefangene mit Drogenproblemen kümmern. Dazu wurde eigens eine Drogentherapiestation eröffnet. Damit reagiert Sachsen auf die gestiegenen Probleme vor allem mit der Droge Crystal Meth. Mit dem Rauschmittel kämen immer mehr junge Straftäter in Kontakt. Die Kernfrage sei aber: Sollte man die Betroffenen heilen und verspricht das Erfolg im Verhindern von künftigen Straftaten oder sollte man eher Bestrafen, auch um andere Täter abzuschrecken.

Intensivtherapie soll Erfolge bringen

Die Zahlen allein in Regnis-Breitingen sind erschütternd: 270 Jugendliche sitzen in der JVA, zwei Drittel der Insassen waren oder sind drogenabhängig. Viele von Crystal Meth. Diebstähle, Raubüberfälle - die meisten Insassen versuchten so ihre Sucht zu finanzieren: Doch anstatt sie deswegen nur wegzusperren, will man in der Anstalt an die Wurzel. In der Intensivtherapie sollen Erfolge her. Wie die genau aussieht, sehen Sie in unserem Video. Gefördert werden aber auch sportliche und künstlerische Aktivitäten.

Raus aus dem Teufelskreis Sucht – Kriminalität – Gefängnis – raus – rückfällig

Bisher lief die kriminelle Karriere immer nach Schema F: Sucht – Kriminalität – Gefängnis – raus – rückfällig. Das kostet nicht zuletzt den Steuerzahler immense Summen. Auch die Therapie ist alles andere als günstig, könnte aber bei Erfolg die anderen Kosten senken. Der Erfolgsanspruch der Therapie ist jedenfalls hoch: Ein Drittel muss die Sucht überwinden, ein weiteres wenigstens eine gewisse Zeit clean bleiben. Einem Teil der Jugendlichen wird man allerdings auch dann nicht mehr helfen können – auch das ist ein Teil der Wahrheit, wenn es um das Thema Heilen oder Bestrafen geht.