Bernd Hollerbach soll den Hamburger SV retten

Bernd Hollerbach (M), der neue Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, wird am 22.01.2018 im Volksparkstadion in Hamburg vom Vorstandsvorsitzenden der HSV Fußball AG, Heribert Bruchhagen (l) und Sportdirektor Jens Todt während einer Pres
Der neue Trainer des Hamburger SV Bernd Hollerbach (mi.) umringt von Club-Boss Heribert Bruchhagen (li.) und Sportdirektor Jens Todt © dpa, Daniel Reinhardt, dan gfh

Hollerbach drückt Reset-Knopf

Alles auf Null beim HSV: Der neue Hoffnungsträger Bernd Hollerbach hat beim taumelnden Dino der Fußball-Bundesliga den Neustart ausgerufen und Kampfgeist wie zu seinen besten Profizeiten präsentiert. "Was vorher war, lege ich ad acta. Ich bin ein Mensch, der eher an Chancen glaubt, als ans Scheitern", sagte der 48-Jährige bei seiner Vorstellung als Coach des Tabellenvorletzten.

Rückkehr zum Hamburger SV endlich geglückt

"Ich habe der Mannschaft gesagt, dass auf jeder Position alles wieder offen ist. Ich reagiere grundsätzlich auf das, was die Spieler mir anbieten", betonte der Nachfolger des beurlaubten Markus Gisdol. Es sei immer sein Ziel gewesen, irgendwann zum Hamburger SV zurückzukehren. "Ich bin stolz, wieder hier zu sein, und werde alles dafür tun, dass wir unsere Ziele erreichen", versprach Hollerbach. Er kann wohl auch noch mit Verstärkungen für den Kader rechnen, wie Sportchef Jens Todt andeutete: "Der Trainer ist ganz stark in die Kaderplanung involviert. Wir sondieren ganz intensiv den Markt und sind nicht untätig."

'Holleraxt: "An mir kommt entweder der Ball vorbei oder der Gegner. Aber nie beide zusammen."

Zuvor hatte der als Retter geholte Ex-Profi mit der Vereinsmütze auf dem Kopf und einer Trillerpfeife im Mund die erste Übungseinheit seines neuen Teams geleitet. Immer mal wieder ertönte ein schriller Pfiff, damit unterbrach der einst beinharte HSV-Linksverteidiger vor 200 Fans die Übungen und korrigierte seine tief im Abstiegssumpf steckenden Kicker. Nach etwa 100 Minuten war Schluss.

Am Mittag hatte der HSV ihn offiziell als Chefcoach und Gisdol-Nachfolger bestätigt. Sein Auftrag beim Tabellen-17. ist klar und schwierig zugleich: Klassenverbleib! Sollte seine Mission scheitern, hätte er aber gleich einen neuen Auftrag: Wiederaufstieg! Sein Vertrag beim HSV läuft bis 2019 und gilt auch für die 2. Liga.

"Wir hoffen natürlich, dass der neue Coach die Verunsicherung in der Mannschaft löst und die nötigen Impulse setzt", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Hollerbach muss die Bremse bei den Profis lösen. Auch im mentalen Bereich hat die Mannschaft Defizite. Derzeit hindert sie mangelndes Selbstbewusstsein an erfolgreichem Fußball. Bis zu seinem Einstand am Samstag bei RB Leipzig bleibt nicht viel Zeit. "Wir werden viele Gespräche führen nach den vielen  Negativerlebnissen", kündigte Hollerbach an.

Hollerbach war seit gut einem halben Jahr vereinslos. Nach dem Abstieg seines Heimatvereins Würzburger Kickers aus der 2. Liga löste er den Vertrag auf. Nun strotzt er wieder vor Tatendrang. Die stets harte und engagierte Spielweise erwartet 'Holleraxt' auch von seinen Schützlingen. Bekannt ist sein damaliger Leitspruch: "An mir kommt entweder der Ball vorbei oder der Gegner. Aber nie beide zusammen."