Bluttat von Lünen: Haftbefehl wegen Mordes erlassen

Lünen plant heute Unterricht wie immer
Lünen plant heute Unterricht wie immer Schweigeminute am Tag nach der Messer-Attacke 00:01:04
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Minderjähriger Täter vor dem Haftrichter

Nach dem tödlichen Messerangriff in Lünen ist gegen den 15 Jahre alten Beschuldigten Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden. Die Untersuchungsrichterin habe die Vollstreckung in einer Haftanstalt angeordnet, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Dortmund mit. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits vorher mitgeteilt, dass sie einen solchen Haftbefehl anstrebe.

Mutter wurde Zeugin der Tat ihres Sohnes

Gegen den Jungen besteht dringender Tatverdacht, am Dienstag einen 14 Jahre alten Mitschüler erstochen zu haben. Die Mutter des 15-Jährigen, die an der Schule einen Termin mit ihrem Sohn bei einer Sozialarbeiterin hatte, wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zeugin des Verbrechens. Der Jugendliche hatte nach seiner Festnahme gestanden, den Mitschüler in den Hals gestochen zu haben, weil dieser seine Mutter mehrfach provozierend angeschaut habe. Nach Angaben der Behörden ist der 15-Jährige polizeibekannt. "Nach Einschätzung der Sozialarbeiterin gilt der 15-Jährige als aggressiv und unbeschulbar", hatte die Polizei mitgeteilt.

Schüler und Lehrer legten Blumen nieder, stellten Kerzen auf und versuchten am Morgen gemeinsam in der Gesamtschule die Trauer zu verarbeiten. Der Unterricht begann laut Schulleitung zum gewohnten Zeitpunkt. "Den unterrichtlichen Rahmen möchten wir als Schulgemeinde nutzen, um gemeinsam das Erlebte und Geschehene aufzuarbeiten", erklärte die Schule auf ihrer in Trauerfarben gehaltenen Webseite.

Deutscher Lehrerverband fordert Unterstützung

"Die Stadt steht unter Schock", sagte Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns dem Radiosender WDR2. Die Betreuung der Schüler sei ein Schwerpunkt der Auseinandersetzung mit der Tat. "Wir müssen überlegen, ob dieses Hilfsangebot ausreicht." 

Der Deutsche Lehrerverband hat eine breitere Unterstützung für die Verhinderung von Gewalt an Schulen gefordert. "Schule alleine und auf sich gestellt kann wenig bewirken", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Natürlich könne man mit Ordnungsmaßnahmen arbeiten. Es sei aber klar, dass Eltern mit den Lehrern an einem Strang ziehen und die Politik den Lehrern in solchen Fällen Rückendeckung geben müssten.